Vorgetäuschter Überfall: Geldboten rauben sich selbst aus und werden erwischt

Prozess

Zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes haben einen Überfall auf den eigenen Geldtransporter vorgetäuscht. Vor Gericht haben sie die Tat nun eingeräumt. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen.

Karlsruhe

18.03.2020, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht Karlsruhe mussten sich zwei Männer verantworten, die einen Überfall auf den eigenen Geldtransporter vorgetäuscht hatten.

Vor dem Landgericht Karlsruhe mussten sich zwei Männer verantworten, die einen Überfall auf den eigenen Geldtransporter vorgetäuscht hatten. © picture alliance/dpa

Mit einem vorgetäuschten Überfall auf den eigenen Geldtransporter sollen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes aus Ettlingen (Baden-Württemberg) versucht haben, reiche Beute zu machen. Vor Gericht räumten beide am Dienstag ein, die fingierte Tat im Raum Karlsruhe ausgeheckt und die Polizei ebenso belogen zu haben wie ihr ehemaliges Unternehmen. Bisher widersprechen sich die Ex-Kollegen bei ihren Darstellungen des Ablaufs.

Der angebliche Raubüberfall nach Hollywood-Manier hatte im vergangenen Sommer für anfängliches Rätselraten bei den Ermittlern gesorgt. Denn von den mutmaßlichen Geldräubern fehlte jede Spur. Die angeklagten Männer hatten zunächst behauptet, sie seien an der Autobahn 5 von falschen Polizisten in einem zivilen Auto angehalten und auf einer schmalen Straße ausgeraubt worden. Das Geld - rund 825 000 Euro - hatten sie zwischendurch in einem abgestellten Auto deponiert, um es später in Sicherheit zu schaffen.

Bei Durchsuchungen fanden die Beamten bei den Verdächtigen hochwertige Gegenstände wie E-Bikes, Schmuck, Uhren und Fernseher, die erst kurz vorher gekauft worden waren. Ein Großteil der Beute – sowohl Bargeld als auch Gold – wurde sichergestellt. Die Vorwürfe lauten auf Diebstahl mit Waffen und Vortäuschen einer Straftat. Bei einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.

RND