Gericht verhängt Geldstrafe für falschen Polizisten

Keine Vorstrafen

Diesen Spruch hätte er sich mal lieber verkniffen: Weil er sich auf offener Straße als Polizist ausgegeben hat, muss ein Frührentner (61) aus Bochum tief in die Tasche greifen. Das Amtsgericht verhängte als „Denkzettel“ eine Geldbuße in Höhe von 300 Euro.

BOCHUM

08.07.2016, 14:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gericht verhängt Geldstrafe für falschen Polizisten

Es war der 5. März, als der angetrunkene Senior (etwa 1,9 Promille) gegen 21 Uhr zu Fuß über die Velsstraße nach Hause spazierte. Aus unerfindlichen Gründen rief er zwei jungen Frauen, die ein paar Schritte vor ihm liefen, auf einmal zu: „Halt, stehenbleiben. Ich bin von der Polizei!“ Die zwei Schwestern drehten sich erst um, dann warteten sie. Als sie dann aber nur den Angeklagten sahen, wollten sie eigentlich weiter gehen. Eine Frau wurde von dem 61-Jährigen jedoch an der Jacke festgehalten. Daraufhin verständigte die Schwester die Polizei.

Vor Polizisten versteckt

Als die Beamten kurz darauf eintrafen, hatte sich der „falsche Polizist“ in ein Gebüsch verkrochen. Im Prozess entschuldigte sich der Frührentner, sprach von einem Ausrutscher. „Es tut mir wirklich sehr leid, wenn ich die Frauen erschreckt habe. Ich verstehe bis heute nicht, wie es dazu gekommen ist“, sagte er. Seine einzige Erklärung ist: „Ich war wohl ein bisschen zu voll.“

Geldstrafe

Gericht und Staatsanwaltschaft drückten am Ende ein Auge zu, sahen von einer förmlichen Verurteilung ab. Weil der Frührentner bisher noch ein blütenweißes Strafregister vorweisen konnte, wurde das Verfahren wegen Amtsanmaßung und Nötigung gegen Zahlung einer 300-Euro-Geldauflage an den Kinderschutzbund eingestellt.