Geschichten von alter und neuer Heimat

Ludwiggalerie

Raum schaffen für Begegnungen: Die Oberhausener Ludwiggalerie zeigt die Schau "Space Wide Open" zum ersten Projekt mit Flüchtlingen. 14 Menschen aus Syrien, dem Irak und Ghana erzählen in O-Tönen und Handyfotos von Heimat, Flucht und dem Ankommen.

OBERHAUSEN

, 12.02.2016, 15:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschichten von alter und neuer Heimat

Den Flüchtlingen auf Augenhöhe begegnen: Die Porträts der Teilnehmer gehören zur Schau.

"Wir wollten schon sehr lange ein Projekt mit Flüchtlingen starten", erzählt Sabine Falkenbach, Museumspädagogin in der Ludwiggalerie Oberhausen. Dabei sei die Ausschreibung des Kultursekretariats NRW in Wuppertal im Dezember gelegen gekommen. "Wir haben uns sehr kurzfristig ein Projekt überlegt und den Zuschlag bekommen", sagt Falkenbach. 14 Flüchtlinge aus einem Deutschklurs des Bildungswerks der Ruhrwerkstatt haben zehn Wochen lang mit Falkenbach und ihren Kollegen an dem Projekt gearbeitet.

Großformatige Porträts

"Wir haben uns gefragt, was uns erwartet, und ob die Menschen überhaupt einen Sinn für unser Projekt haben würden", sagt Ulla Bendorf-Depenbrock, ebenfalls Museumspädagogin in der Ludwiggalerie. Sie seien aber schnell auf offene Ohren gestoßen.

Entscheidende Hilfe bei der Arbeit sei der 26-jährige Ahmed gewesen - er übersetzte aus dem Englischen für die anderen Flüchtlinge. Ahmed soll Führungen auf Arabisch anbieten. Axel Scherer hat die Flüchtlinge fotografiert. "Es sind sehr ruhige, entschleunigte Bilder. So haben die Besucher die Gelegenheit den Menschen in die Augen zu schauen", erzählt der Fotograf. In der Panoramagalerie hängen nun die großformatigen Poträts dieser Menschen.

Fotos und Interviews

Die Schau ähnelt einer Collage - nicht nur die Eindrücke verschiedener Menschen werden dargestellt, auch die Darstellungsformen sind unterschiedlich: An I-pod-Stationen können sich die Besucher die Geschichten zu den Porträts anhören - auf englisch, französisch und deutsch. "Wir haben die Interviews sehr offen gehalten", sagt Eva Depenbrock vom Projektteam, "so konnte jeder genauso viel von sich preisgeben, wie er wollte". Der Besucher erfährt auch von Saifs Geschichte. Der 26-Jährige hat seine Heimat im Irak und sein altes Leben auf der Flucht vor dem IS verlassen - "bevor sie mich finden konnten", wie er sagt.

Das Augenmerk habe "auf dem Tun gelegen". "Wir wollten die Schau so einfach wie möglich halten", sagt Bendorf-Depenbrock. So zeigen provisorisch an die Wand geklebte Fotos, Eindrücke vom zurückgelassen und vom neuen Leben.

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, bis 28.2., Konrad-Adenauer-Allee 46, Di-So 11-18 Uhr. Eintritt frei.