Gestohlener Schmuck im BH: Diebesbande angeklagt

Einbruchsserie

Sie brachen in Häuser ein, überfielen eine alte Dame, erbeuteten 25.000 Euro bei einem Geldwechseltrick: Anfang des Jahres hat eine Bande von Einbrechern und Dieben das Ruhrgebiet unsicher gemacht. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter in Bochum vor Gericht. Bei der jüngsten Angeklagten flossen gleich am ersten Prozesstag Tränen.

BOCHUM

24.11.2016, 13:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Verteidiger des angeklagten Familienclans.

Die Verteidiger des angeklagten Familienclans.

Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Frauen und drei Männer. Die jüngste ist erst 17 Jahre alt. Als sie am Donnerstag von zwei Wachtmeistern in den Gerichtssaal geführt wurde, brach sie sofort in Tränen aus. Seit rund einem halben Jahr sitzt sie nun schon in Untersuchungshaft. Ihre Eltern, die in Bochum wohnen, hatten es offenbar nicht einmal für nötig gehalten, ihr beizustehen. Sie waren gar nicht erst im Bochumer Landgericht erschienen.

Beute in Büstenhalter versteckt

Die unheimliche Einbruchsserie begann am 11. Januar 2016. An nur einem Nachmittag wurde in Recklinghausen versucht, gleich fünf Haustüren aufzuhebeln - allerdings noch ohne Erfolg. Doch das sollte sich ändern. Vier Tage später wurde in Herne Schmuck im Wert von rund 2500 Euro gestohlen. Die beiden angeklagten Frauen sollen die Beute in ihren Büstenhaltern versteckt haben. 

Die hässlichste Tat passierte am 29. April. Damals ist ein 78-jährige Frau aus Recklinghausen, die in ihrer Sparkassenfiliale gerade 1100 Euro abgehoben hatte, bis nach Hause verfolgt und dann eine Treppe hinunter gestoßen worden. Die Seniorin hatte dabei sogar kurz das Bewusstsein verloren. 

25.000 Euro bei Geldwechsel-Aktion ergaunert

Und dann war da noch ein Ehepaar aus Norddeutschland, das eigentlich eine Eigentumswohnung verkaufen wollte, sich dann aber auf eine Geldwechsel-Aktion eingelassen hatte. Es ging um 25.000 Euro. Die Täter wollten große Scheine in kleine gewechselt haben. Die kleinen Scheine haben sie auch erhalten. Sie selbst hatten allerdings nur wertlose Prospekte in einen Umschlag gesteckt und sich dann schnell aus dem Staub gemacht. 

Ob die Angeklagten etwas mit den Taten zu tun haben, ist noch nicht klar. Zum Prozessauftakt haben sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Zum jetzigen Stand kann keiner von ihnen mit einer Bewährungsstrafe rechnen - auch die 17-Jährige nicht. 

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