Gestrandet in der Pampa

Westfälisches Landestheater

Menschen im Hotel, in einer münsterländischen Kneipe mit Gästezimmern. Ein Wintereinbruch hält sie gefangen. Viel Zeit, einander auf den Wecker zu fallen. "Nicht ganz drei Tage" heißt das Bühnenstück aus der Feder von Fritz Eckenga, das am Samstag Premiere am Westfälischen Landestheater feierte.

CASTROP-RAUXEL

, 07.12.2014 / Lesedauer: 2 min
Gestrandet in der Pampa

Szene mit (v.l.) Guido Thurk, Vesna Buljevic und Burghard Braun.

Eckenga lässt vier Temperamente kollidieren. Vertreter Dirk (Guido Thurk) macht in Fertigmahlzeiten. Ein Sprücheklopfer, der krampfhaft auf den Putz haut. Bernd (Burghard Braun) ist in Sachen Sicherheitstechnik auf Achse und notorisch schlecht gelaunt. Alte Bekannte, die bald auf Kriegsfuß stehen.

Mit Wirtin Gudrun (Vesna Buljevic) sind die Herren bestens vertraut. Eine Fremde schneit herein. Die Dame (Julia Gutjahr) ist Unternehmensberaterin, gestrandet in der Pampa und ein wenig etepetete. Plumpe Vertraulichkeiten bürstet sie schnippisch ab.Komisches überwiegt

"Nicht ganz drei Tage" (Regie: Ralf Ebeling) laviert zwischen Komödie und Dramolett, Komisches überwiegt. Eckenga hat ein Händchen für den flotten Schnack, legt besonders dem von Thurk gespielten Bruder Leichtfuß die Kalauer in den Mund. Nimmt man das Stück als Seelenschau, dann stemmt Burghard Braun den abgründigsten Part. Bernd hat Sorge, seine Tochter könne ein Kuckuckskind sein. Beruflich läuft es mies, durch die Figur meint man Arthur Millers Willy Loman leise wispern zu hören. Große Erschütterungen bleiben aus.Langatmig erzählt

Eckenga erzählt langatmig in die Breite, bevor er vage einen Konflikt andeutet. Man halte sich an die Darsteller (die ihre Sache gut machen), doch es folgt kaum mehr als ein Sturm im Wasserglas.

Beschwipster Slapstick, ein Hauch von Sitcom, Existenznot und wohlfeile an der Berater-Branche blitzen auf, aber dramaturgisch köchelt dieses Gesellschafts-Spiel auf Sparflamme. Ein Lob geht an Jeremias Vondrlik für das ebenso schöne wie praktikable Bühnenbild. Am Ende gab es munteren Applaus.

Termine: 16./17.18.12, 17./19.1., 8.2.; Karten: Tel. (02305) 978020.