„Ghost In The Shell“ lässt Menschmaschine durch die Zukunft jagen

Neu im Kino

Mit ihrer Frisur, der Bomberjacke und den Stiefeln sieht sie aus wie eine Skinhead-Braut. In Wahrheit steckt in Major (Scarlett Johansson) eine Killermaschine, halb Mensch, halb Cyborg. Im engen Kampfdress wird Major zur Waffe, in einem Metropolis von morgen jagt sie Terroristen.

30.03.2017, 00:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Ghost In The Shell“ lässt Menschmaschine durch die Zukunft jagen

Sie hat einen künstlichen Körper und den Kopf voller Erinnerungen: Scarlett Johansson spielt die schöne Kriegerin Major, die in der Stadt von morgen einen Mörder jagt.

"Ghost In The Shell" (Der Geist in der Hülle), ein gefeierter Anime-Streifen aus Japan, kommt jetzt als Realfilm ins Kino, als bildgewaltige Zukunftsvision einer Mega-Stadt, die im Rang eines Hauptdarstellers steht. Ein neonglitzernder Moloch, der die Skyline von Hongkong, Tokio, Shanghai und den urbanen Look von Ridley Scotts "Blade Runner" futuristisch übermalt. Um jedes Hochhaus geistern riesige Hologramme, als hätten Werbegrafiker die Stadt-Architektur ihren Zwecken unterworfen.

Ein Augenschmaus, zu bestaunen in 3D. Die Tricks des Films sind fantastisch. Die Dreidimensionaliät der Bilder kommt ohne die üblichen Imponiermätzchen wie selbstverständlich daher, bis man die Brille auf der Nase vergisst und im Genuss schwelgt. So macht 3D wirklich Spaß.

Luxuriöse Verpackung

Wie schon Ridley Scott kommt Regisseur Rupert Sanders ("Snow White And The Huntsman") aus der Werbung. Er weiß, wie wichtig eine luxuriöse Verpackung ist und hat sich bei "Ghost In The Shell" nicht lumpen lassen. Der Film wimmelt vor Design-Schmankerln und Technik-Spielerei, visuell wird immer etwas geboten.

Im Labor eines Konzerns wartet eine Ärztin (Juliette Binoche) den Körper der Menschmaschine Major. Sie flickt ramponierte Gliedmaßen, checkt den Daten-Zugang im Nacken. Was die Chefmechanikerin nicht im Griff hat, sind Echos und Störungen, die immer mal durch Majors Kopf zucken.

Die Vergangenheit bleibt der Amazone ein Rätsel

Die haben mit der Vergangenheit der Cyborg-Amazone zu tun. Als Kind machte sie Schlimmes durch, ihre Eltern wurden getötet, sie selbst mit knapper Haut gerettet, glaubt sie. In einer Welt, wo Menschen mit Sinnesprothesen aufgerüstet sind, ist aber vieles möglich, auch manipulierte Erinnerungen. Major jagt ein Phantom, das eine Todesliste abarbeitet. Es ermordet Angestellte der Firma, in deren Dienst Major steht.

Die Suche nach dem Mörder wirft rasant inszenierte Action ab und führt auf die Spur eines Experimentes, das Majors Identität berührt: Bin ich Produkt oder Individuum? Eine Frage, die schon die Androiden im "Blade Runner" und den "Robocop" umtrieb. Existenzphilosophie im Gewand eines prachtvollen SciFi-Thrillers, der keine Minute langweilt. Da muss "Blade Runner 2049" (Start im Herbst) erst einmal hinkommen.