Gibt es bald flächendeckend Pissoirs in Huckarde?

Antrag der Grünen

Fäkalhumor im Sitzungssaal: Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat am Mittwochabend für viele Lacher in der Bezirksvertretung (BV) Huckarde gesorgt. Gewünscht wird die flächendeckende Errichtung von Pissoirs. Auch Stehurinale für Frauen standen zur Diskussion.

HUCKARDE

, 02.02.2017, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gibt es bald flächendeckend Pissoirs in Huckarde?

In Hörde gibt es das Projekt „Nette Toilette“.

In der BV Huckarde ist am Mittwoch ernsthaft idskutiert worden – bis zum einem Antrag der Grünen über ein dringendes menschliches Bedürfnis: Die Partei schlug die „flächendeckende Errichtung von öffentlich zugänglichen und kostenlosen Pissoirs für Männer und Frauen im Bezirk Huckarde“ vor.

Unterzeichnet war der Antrag von Fraktionssprecher Kaan Eker – er war im November zu einer Geldstrafe von 75 Euro verurteilt worden, weil er an der Münsterstraße in ein Gebüsch gepinkelt haben soll. Vor Gericht hatte der Bezirksvertreter ausgesagt, er habe „nur eine tote Taube ins Gebüsch geworfen“. Kaan Eker fordert mehr öffentliche Pissoirs – eine Steilvorlage.

Ein Stehurinal für Frauen?

Weil in der Begründung stand, dass viele Menschen von Inkontinenz betroffen seien, referierte Simone Knipping (SPD) länger über die unterschiedlichen Formen von Harn- und Stuhlinkontinenz. Immer wieder stockte sie bei ihrem Vortrag, versuchte, das Lachen zu unterdrücken. Vergeblich. Als sie bei der Komfortabiliät vom Urinieren im Stehen aus Frauensicht angekommen war, konnte sie sich nicht länger zusammenreißen. Ihr Lachen steckte an.

Ein Stehurinal für Frauen, das konnte sich niemand vorstellen. Der Grünen-Politiker hatte deshalb Bilder mitgebracht. Die wirkten jedoch eher abschreckend. Und als dringlich galt das Thema auch nicht: „Es gibt in Huckarde nicht genug Tauben, die gerettet werden müssen“, sagte Simone Knipping mit einem Seitenblick auf Kaan Eker – der lachte herzlich mit.

Sympathie geäußert

Zumindest Stefan Keller (SPD) äußerte seine Sympathie: „Wenn man vom Stadion über Kopfsteinpflaster bis nach Hause muss, das ist eine ungeheuerliche Qual!“ Dann griff Kaan Eker zu einem Jutebeutel und zog eine Urinflasche hervor: „Dafür gibt es ja tragbare Urinale!“

Die Ernsthaftigkeit brachte Dieter Siegmund vom Seniorenbeirat zurück. Weil die Stadt Dortmund bis 2020 einen Vertrag mit der Firma Wall geschlossen hat, können bis 2020 keine zusätzlichen WC-Anlagen errichtet werden. Er verwies aber auf das Projekt „Nette Toilette“ in Hörde. Dort gebe es acht öffentliche Einrichtungen, die ihre WCs kostenlos für alle zur Verfügung stellen, die Stadt beteilige sich dafür an den Reinigungskosten. Die BV vertagte das Thema auf 2019 – „aber wir haben ja jetzt die mobilen Urinale“, sagte Kaan Eker.