Gipsplastiken von Henry Moore stehen im Wald

Skulpturenpark Waldfrieden

Henry Moore gehört zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde der Brite vor allem für seine Bronze- und Steinskulpturen, doch auch seine Arbeiten aus Gips sind wahre Meisterwerke. 30 dieser Skulpturen sind nun im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal ausgestellt.

07.04.2016, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gipsplastiken von Henry Moore stehen im Wald

Die Plastik "Three Way Piece No. 1:Points" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal

Die von dem Bildhauer Tony Cragg gegründete Cragg Foundation hat die Ausstellung initiiert. "Es war eine Wunschausstellung von mir", sagt Cragg am Donnerstag bei einem Rundgang. "Henry Moore hat nie zu meinen Lieblingsbildhauern gehört, aber als ich einmal in Toronto 26 seiner Skulpturen in einem Raum sah, war ich begeistert", sagt Cragg über seinen 1986 verstorbenen Kollegen.

Mehr als nur Vorlagen

"Umwerfend schön, einfach großartig", nennt er die Gipsplastiken des Briten. Das Besondere daran: Moores Gipsplastiken dienten nicht nur als Vorlage für Bronzeskulpturen, sondern waren selbst Kunstwerke. Moore selbst sagte einmal: "Das sind keine Gipsabgüsse, sondern Originale. Es sind die eigentlichen Werke, die jemand mit eigenen Händen gemacht hat."

Früher wurden viele Gipsplastiken zerstört, damit von den Bronzeskulpturen keine weiteren Abgüsse gefertigt werden konnten. Dann begann Moore damit, die Plastiken aufzubewahren. "Irgendwann hat der Brite erkannt, dass man in der Gips-Skulptur sehr viel mehr sehen kann als in den Bronze-Abgüssen", sagt Kurator Sebastiano Barassi.

Skulpturen mit Raffinesse

Dass die Plastiken nicht nur "Mittel zum Zweck" waren, wie Barassi es nennt, sondern das eigentliche Kunstwerk, sieht man an der Raffinesse, mit der die Strukturen geformt wurden. Feine Linien, kleine Vertiefungen, lassen die Gipsfiguren fast wie Knochen aussehen.

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Henry Moore

07.04.2016
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Kanaldeckel aus bedruckten Post-its von Ardan Ötmenoglu.© Foto: Museum Hagen
Kanaldeckel von Ardan Ötmenoglu aus Istanbul und Berlin (Mitte).© Foto: Museum Hagen
Henry Moore: "Study for Head of Queen", "Marquette for King and Queen" und "Hands of King"© Foto: Richter
Henry Moore: "1966" und "Three Standing Figures"© Foto: Richter
Henry Moore: "Draped Seated Woman"© Foto: Richter
Henry Moore: "Large Interior Form"© Foto: Richter
Henry Moore: "Marquette for King and Queen"© Foto: Richter
Henry Moore: "Reclining Figure No. 7" - Rückansicht© Foto: Richter
Henry Moore: "Reclining Figure No. 7"© Foto: Richter
Henry Moore: "Reclining Figure Angels"© Foto: Richter
Henry Moore: "Seated Woman"© Foto: Richter
Henry Moore: "Working Model for Three Piece Reclining Figure"© Foto: Richter
Henry Moore: "Three Way Piece No. 1:Points"© Foto: Richter
Die Plastik "Three Way Piece No. 1:Points" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure No. 7" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure No. 7" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Working Model for Divided Oval:Butterfly" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure Angles" - Fokus auf das Gesicht - von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure Angles" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Study for Head of Queen" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge
Die Plastik "Reclining Figure: Blanket" von Henry Moore im Skulpturenpark Waldfrieder in Wuppertal© Foto: Ansorge

Eine optische Wirkung, die vor allem zu Moores Frauen-Skulpturen passt. "Bei ihnen ist die menschliche Form zu erkennen, ohne an der Anatomie festzuhalten", beschreibt Cragg die etwas unnatürlichen Proportionen der Gips-Frauen, die Moore sitzend oder liegend, mal klein, mal überlebensgroß aus Gips gefertigt hat.

Perfekte Kulisse

Die elfenbeinfarbenen, teilweise etwas verwittert aussehenden Plastiken passen perfekt in die bewaldete Kulisse des  Skulpturenparks . Das Spektrum der Exponate reicht von kleinen Gips-Figuren bis hin zu einer etwa zwei Tonnen schweren Plastik, deren Form an einen Elefanten erinnert, aber den Namen "Points" - "Punkte" - trägt.

Doch vor allem die kleineren Werke scheinen es Tony Cragg angetan zu haben. "Bei Moore sieht man, dass Monumentalität nichts mit Größe zu tun hat."

Skulpturenpark Waldfrieden Wuppertal: "Henry Moore", 8.4. (Eröffnung um 17 Uhr) bis 9.10., Hirschstraße 12, Di-So 10-19 Uhr.