Glänzend: Dominique Horwitz bei den Ruhrfestspielen

RECKLINGHAUSEN Der schillernden Figur Charlotte von Mahlsdorf hat der amerikanische Autor Doug Wright ein Theaterstück gewidmet. "Ich mach ja doch, was ich will" war in einer Inszenierung des Berliner Renaissance-Theater am Montag bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zu sehen. In der Partie des berühmt-berüchtigten Transvestiten überzeugte Dominique Horwitz.

von Von Britta Helmbold

, 03.06.2008, 17:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dominique Horwitz als Charlotte.

Dominique Horwitz als Charlotte.

Schon vorab wird der Film und TV-Star mit Applaus empfangen, wenn er am Bühnenrand entlang schlendert und mit amerikanischem Akzent den Stück-Autor gibt. Denn angelegt hat der Dramatiker sein Werk als Interview. Nach und nach gibt Charlotte Episoden aus ihrem Leben preis, ihre Auffassung von Wirklichkeit. Dann erzählt Horwitz leicht gebeugt mit schräg gelegten Kopf und mit unter den nicht vorhandenen Brüsten verschränkten Händen oder nestelt mal kokett, mal nervös an der Perlenkette. So amüsiert er das Publikum charmant mit kleinen Anekdoten aus dem Schwulen- und Sammlermilieu.

Den Vater mit dem Nudelholz erschlagen

Resolut wird er, wenn er den brutalen Nazi-Vater spielt, der von der jugendlichen Charlotte mit dem Nudelholz erschlagen wurde. Der Titel gebende Satz fällt, nachdem Charlotte den "IM-Vertrag" bei der Stasi unterschrieben hat. In den kleinen Spielszenen mit unterschiedlichen Figuren wechselt Horwitz blitzschnell Haltung, Gestik, Mimik und Stimmlage, beherrscht diverse Dialekte. Dies glückt ihm so überzeugend, dass es keine Kostümwechsel braucht, um eine weitere Person einzuführen. Den Applaus für diese Glanzleistung nimmt Horwitz nach knapp zwei Stunden strahlend entgegen. br

 

Nur noch  am 4. Juni. Karten-Infos unter Tel. (02361)9218-0.