Glaube Liebe Tod

Peter Gallert / Jörg Reiter

Im Fernsehen und Kino haben schon Pfarrer ermittelt - nun bekommen sie Zuwachs. Der Polizei-Seelsorger Martin Bauer ist der Anti-Held in der neuen Krimireihe von Peter Gallert und Jörg Reiter.

16.05.2017, 10:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Auftakt "Glaube Liebe Tod" ist vielversprechend, sozusagen ganz großes Krimi-Kopf-Kino. Die Geschichte spielt in Duisburg, und da kennen sich die Autoren offenbar auch bestens aus.

Bauer hat es nicht leicht mit den Vorgesetzten bei der Polizei. Dafür kommt er umso besser mit der jungen Ermittlerin Verena Dohr klar, die ihrerseits so ihre Probleme mit den hohen Herren hat und auch mit einem fiesen Kollegen, der an ihrem Stuhl sägt.

Sorge um die Tochter

Bauers halbwüchsige Tochter ist zum Politgipfel nach Frankreich verschwunden, will dort demonstrieren. Ihre Eltern machen sich große Sorgen und gegenseitig Vorwürfe.

Zumal Bauer eigentlich gar nicht den Kopf frei hat. Denn ein Polizist scheint Selbstmord begangen zu haben.

Dabei hat ihn Bauer durch eine waghalsige Idee erst von diesem Plan abgehalten. Stunden später hat sich der Beamte, gegen den wegen Korruption ermittelt wird, dann von einem Parkhausdach in den Tod gestürzt.

Perfektes Debüt

Bauer mag nicht recht an die Selbstmord-Version glauben, ermittelt auf eigene Faust und handelt sich damit den Unmut der Witwe und auch der Polizei-Oberen ein. Doch der tote Beamte hat einen Sohn im Alter von Bauers Tochter und der Junge scheint komplett abzudriften. Vor allem, als herauskommt, dass und mit wem seine Mutter den Vater betrogen hat.

Die Geschichte ist mit dem Schicksal von Mariana, einer jungen Frau aus Rumänien, verknüpft, die falschen Versprechungen glaubt und in einem fiesen Bordell in Duisburg landet.

Dieser Krimi ist das perfekte Debüt eines herrlich unperfekten Ermittlers. Eine fesselnde Geschichte, die man nicht aus der Hand legen mag.

Gallert/Reiter: Glaube Liebe Tod, 416 S., Ullstein, 9,99 Euro, ISBN 978-3-548-2889-18.