Glaubens-Drama schildert Leidensweg einer 14-Jährigen

"Kreuzweg" auf der Berlinale

Beten für den Bären? Der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag der Berlinale heißt „Kreuzweg“ und schickt eine 14-Jährige auf die Via dolorosa. In Dietrich Brüggemanns Glaubens-Drama ist auch ein Dortmunder Schauspieler mit von der Partie.

von Patrick Wildermann

, 10.02.2014, 14:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Glaubens-Drama schildert Leidensweg einer 14-Jährigen

Maria (Lea van Acken, l.) und das Au-Pair-Mädchen Bernadette (Lucie Aron) freunden sich an.

Pater Weber (Florian Stetter, der Schiller aus Dominik Grafs „Die geliebten Schwestern“) zieht seine Schäfchen im Firm-Unterricht zu wackeren Soldaten Gottes heran. Weswegen Maria sich im Sportunterricht weigert, zu satanischer Popmusik zu laufen. Daheim führt die in Frömmigkeit erstarrte Mutter (Franziska Weisz) das strenge Regiment. Auch sie eine fanatische Teufelsaustreiberin, die überall Sünde wittert, selbst im Kirchenchor, wo neben Bach auch Soul und Gospel gesungen wird. Der Vater hat dem nichts entgegenzusetzen.

Ihn spielt der Dortmunder Michael Kamp (der elf Jahre am Dortmunder Schauspielhaus engagiert war) präzise als hilflosen Schweiger, als erloschenen Herrn des Hauses. Maria schwingt sich derweil zur Märtyrerin auf. Für ihren vierjährigen Bruder, der noch kein Wort gesprochen hat, will sie ihr Leben opfern. Und so geschieht es. Wahrhaft wunderlich. Dietrich Brüggemann („3 Zimmer, Küche, Bad“) filmt diese spröde Passionsgeschichte in starren Sequenzen, die durchgängig Kreuzweg-Titel tragen: „Jesus begegnet den weinenden Frauen“, „Jesus wird seiner Kleider beraubt“. Der Film ist auch eine Provokation: Er macht es leicht, die Büßerhaltung für Irrsinn zu erklären. Konfrontiert aber hinterrücks mit der Frage, woran es sich in gottfernen Zeiten zu glauben lohnt. „Kreuzweg“ wird dabei ganz von der tollen Jungdarstellerin Lea van Acken getragen, so wie schon Ivo Pietzcker in „Jack“ geglänzt hat. Lasset die Kindlein zu mir kommen – das Motto dieser Berlinale.Ausschnitte des Films bei YouTube: