Goerden: Erschöpft und glücklich

Festival K 15

BOCHUM Elmar Goerden ist wenige Stunden vor dem Ende des Festivals K 15 entspannt: "Sie sehen einen rechtschaffen erschöpften, aber glücklichen Menschen vor sich."

von von Ronny von Wangenheim

, 02.07.2009, 20:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Elmar Goerden und Peter Sellars im Gespräch.

Elmar Goerden und Peter Sellars im Gespräch.

Das, was er sich erträumt hat, als er sein internationales Festival plante, hat sich für ihn erfüllt. "Es ist ein Festival für Bochum geworden." Das Publikum habe sich auf eine ganz neue Weise mit dem Theater verbunden. Dabei funktionierte die Mischung aus eingeladenen und hausgemachten Produktionen.

Ein Begegnungsfestival, ein Haus der Künstler, das hatte er sich erhofft. Und so kam es. "Wir wurden viel angesprochen", erzählt er, "viele Menschen haben sich bedankt" - neue Erfahrungen für den Intendanten.

Mehr als 10 000 Zuschauer wurden bei 18 Produktionen und über 50 Vorstellungen an 13 Tagen gezählt. Die Auslastung lag bei rund 80 Prozent, berichtet Goerden nicht ohne Stolz. Beobachtete das Publikum am Anfang des Festivals noch etwas vorsichtig, sprach sich schnell herum: Hier passiert etwas. Zuschauer gingen direkt nach einer Vorstellung zur Kasse, fragten: Was läuft denn jetzt noch?

Begegnungen

Begegnungen auch zwischen Künstlern und Zuschauern. Da sah man das "Othello"-Team gar nicht elitär in der Speisekammer im Gespräch. Goerden erzählt schmunzelnd vom Hollywoodstar Philipp Seymour Hoffman: "Vor dem Bühneneingang warteten Autogrammjäger auf Lisa Martinek. Neben ihnen rauchte Hoffman unbehelligt vor sich hin."

Lob für Publikum

Sie hätten sich wohl gefühlt, haben die Amerikaner gesagt, in Bochum sei ihre eigentliche Premiere gewesen. Sellars, so erzählt Goerden, war froh über das Publikum: "Sie sitzen Schulter an Schulter und heben den Abend mit", beobachtete der Amerikaner. "Total beglückt" waren auch die Koreaner, "sie hatten noch nie ein solches Publikum", sagt Goerden. "From Korea with Love" steht auf einer Tüte auf dem Tisch im Intendantenbüro. Daneben liegen ein paar Blütenblätter. Peter Sellars hat sie dem Kollegen auf seinen Tisch gestreut. Solche Gesten, kleine Momente sind es, auf die Goerden zu sprechen kommt.

Aber er verweist auch darauf, dass dieses Festival und sein Erfolg nur möglich wurde, weil die Arbeit der letzten Jahre darauf hinführte. Die Entscheidung, nach fünf Jahren zu gehen, mag Goerden Freiheiten zurück gegeben haben. "Es fließt", sagt er und freut sich: "Meine Arbeit wird sehr gewürdigt."