„Gold“ zeigt das dreifache Comeback eines Stehaufmännchens

Neu im Kino

Die Firma hat schon bessere Tage gesehen. "Washoe Mining" sucht und erschließt Bodenschätze, handelt mit Schürfrechten und war ein brummender Laden, als Kenny Wells (Matthew McConaughey) das Geschäft 1981 von seinem Vater übernahm.

14.04.2017, 13:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Obenauf: Kenny Wells (Matthew McConaughey) verhandelt mit Investoren über Anteile an seiner Mine.

Obenauf: Kenny Wells (Matthew McConaughey) verhandelt mit Investoren über Anteile an seiner Mine.

1988 ist er so gut wie pleite. Weil er sich keine Büros leisten kann, arbeiten die Angestellten aus einer Bar heraus.

"Gold" von Regisseur Stephen Gaghan ("Syriana") erzählt nach wahren Motiven vom Auf und Ab im Leben des Kenny Wells. Heute Bettler, morgen König, raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln. Der Bursche ist ein Stehaufmännchen, das immer wieder auf die Füße fällt und mehrere Comebacks hinlegt.

Die Geschichte oszilliert zwischen Biografie, Schelmenstück, Kapitalismus-Posse, Moritat über die menschliche Gier, zuvorderst aber besticht sie als Porträt eines Geschäftemachers, der sich gegen den Untergang stemmt.

McConaugheys Kenny ist ein belächelter kleiner Straßenköter, der den "Knochen" seines Lebens findet und jetzt von den großen Tieren umworben wird. Das kommt so: Als das Ende der Firma unausweichlich scheint, setzt Kenny alles auf eine Karte. Er fliegt nach Indonesien, tut sich mit Geologe Mike (Edgar Ramirez) zusammen und bohrt im Dschungel nach Gold. Gesteinsproben versprechen den Fund des Jahrzehnts!

Umwerfend gespielt

Kenny feiert seinen persönlichen Goldrausch. Investoren rennen ihm die Bude ein, die Firmenaktie wird zum Renner. Auf den Rausch folgt ein übler Kater. Wie gewonnen, so zerronnen - oder doch nicht? Es gibt verblüffende Wendungen und eine Schlusspointe, die es in sich hat. Mehr noch hält das Spiel von McConaughey den Zuschauer bei der Stange: Er brilliert als verfetteter, trunksüchtiger Filou, überzeugend bis in jede verschwitzte Pore.