"Grace is gone" ist ein leises Drama um Verlust und Verarbeitung

Stanley Philipps hatte immer nur den Traum, als Soldat seinem Land zu dienen. Aber der ist zerbrochen, als er wegen seines Augenleidens den Dienst quittieren musste. Jetzt droht ihm auch noch der Rest seines Lebens zu entgleiten.

von Von Sascha Westphal

, 03.09.2008, 13:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Witwer Stan Philipps (John Cusack) und seine beiden Töchter müssen lernen, mit dem Tod der Mutter umzugehen. </p>

<p>Witwer Stan Philipps (John Cusack) und seine beiden Töchter müssen lernen, mit dem Tod der Mutter umzugehen. </p>

Seine Frau Grace ist bei einem Einsatz im Irak gefallen. Doch wie soll er das seinen beiden Töchtern, der fast 13-jährigen Heidi und der 8-jährigen Dawn, sagen?

Der von John Cusack gespielte Stanley Philipps flieht in James C. Strouses Spielfilmdebüt "Grace is gone" zunächst erst einmal vor der Wahrheit. Statt Heidi und Dawn die Wahrheit zu sagen, macht er sich mit ihnen auf den Weg zu dem Vergnügungspark "Enchanted Gardens".

Cusack legt Sunnyboy-Image ab Strouse nähert sich Stanleys Schmerz und Trauer so behutsam wie möglich. Selbst die wenigen Gefühlsausbrüche setzt er mit beeindruckender Zurückhaltung in Szene. Dieser leise Ton, dem sich auch Clint Eastwood mit seinem überaus fragilen Score angepasst hat, verleiht den Geschehnissen eine besondere Intensität.

Mit John Cusack hat Strouse zudem einen Hauptdarsteller gefunden, der den Mut hatte, sein Sunnyboy-Image hinter sich zu lassen. Die hässliche Brille, die herabhängenden Schultern und dieser leere Gesichtsausdruck halten den Betrachter bewusst auf Distanz zu Stanley Philipps. Es fällt einem nicht leicht, diesen Mann zu mögen. Doch je länger man ihn beobachtet, desto deutlicher empfindet man seine Unsicherheit und Verzweiflung. Figuren wie ihn sieht man sonst kaum im Kino. Dabei ist es gerade Stanleys Durchschnittlichkeit, die "Grace is gone" unvergesslich macht.

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