Grippeimpfung in der Apotheke - Modellversuch startet

Impfung

In Dortmund machen am Freitag viele Apotheken des Verbreitungsgebiets der Krankenkasse AOK bei einem Modellversuch mit und vergeben die Grippeschutzimpfung. Das löst Kritik aus.

Dortmund

24.09.2021, 06:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hunderte Apotheken in Dortmund machen am Freitag bei einem Modellversuch der Krankenkasse AOK mit und vergeben die Grippeschutzimpfung.

Hunderte Apotheken in Dortmund machen am Freitag bei einem Modellversuch der Krankenkasse AOK mit und vergeben die Grippeschutzimpfung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Krankenkasse AOK Nordwest startet am Freitag (11.00) in Dortmund ihren Modellversuch in Westfalen-Lippe für Grippeschutzimpfungen in Apotheken. Die AOK-Modellregion umfasst rund 700 Apotheken in Dortmund und mehreren Kreisen der Region. Ziel sei, die Impfquote gegen Influenza zu steigern, sagte ein AOK-Sprecher. Es gehe nicht darum, den Hausärzten Konkurrenz zu machen.

Kritik an der Aktion

Ein Gesetz vom Frühjahr 2020 erlaubt Grippeschutzimpfungen auch in Apotheken. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) übte erneut Kritik. Impfen sei Alltagsgeschäft der Hausärzte; diese hätten darin die größte Erfahrung, sagte eine Sprecherin.

Der AOK-Sprecher betonte, dass die Apotheker gut geschult seien. Der dreijährige Modellversuch werde ausgewertet. Wenn die Ergebnisse positiv ausfielen, könne man sich eine Ausweitung vorstellen oder womöglich träten andere Kassen bei. Bisher gilt das Angebot nur für AOK-Mitglieder in der Modellregion.

Laut der Sprecherin der KV Westfalen-Lippe sollen teilnehmende Apotheker 12,71 Euro pro Grippeimpfung bekommen. Hausärzte erhielten für Grippeimpfungen kassenübergreifend 8,05 Euro.

Nach früheren Angaben der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut sind nur rund 35 Prozent der Risikogruppe der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft. Einen ähnlichen Modellversuch wie jetzt in Westfalen-Lippe hatte es im Vorjahr bereits im Rheinland gegeben.

dpa

Lesen Sie jetzt

Die jährliche Erkältungswelle trifft Kinder im Ruhrgebiet und im Rheinland in diesem Jahr früher als sonst. Das ist durch die anhaltende Corona-Pandemie besonders heikel.

Lesen Sie jetzt