Größte Entlassungswelle bei der Presse seit 1949

Zeitungspleiten

„Abendzeitung Nürnberg“, „Frankfurter Rundschau“, „FTD“ -immer neue Hiobsbotschaften erschüttern Deutschlands Zeitungslandschaft. So viele Stellen gingen dort nach Einschätzung von Experten noch nie verloren. Der frühere „FR“-Chef sagt: Das ist erst der Anfang.

Nürnberg

von dpa

, 01.12.2012, 10:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Medienkonzern Gruner + Jahr stellt seine tägliche Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ein.

Der Medienkonzern Gruner + Jahr stellt seine tägliche Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ein.

„Die Krise, die seit Jahren beschworen wird, hat ihre ersten beiden prominenten Opfer gefordert. Es werden nicht die letzten sein“, schreibt der frühere „FR“-Chefredakteur Vorkötter in einem Gastbeitrag für das „medium magazin“ (Ausgabe 12/2012) mit Blick auf „FR“ und „FTD“. „Die Insolvenz des einen und das Aus für das andere Blatt sind Menetekel.“ Er warnte die Branche zudem vor weiteren Sparrunden ohne Konzepte für den digitalen Wettbewerb. „Bleibt im Prinzip alles, wie es ist, und man spart einfach auf der Kostenseite den sinkenden Erlösen hinterher? Dann werden bald auch die Starken schwach.“ Vorkötter (58) hatte bis zum vergangenen Juni die „FR“ und das Schwesterblatt „Berliner Zeitung“ mit geleitet. „Es ist ein schwieriger Markt im Augenblick“, sagte die Sprecherin der Bundesagentur zu den Aussichten für Entlassene. „Die Chancen, dass gerade die Kollegen aus dem Printbereich auch wieder im Printbereich unterkommen, sind nicht wahnsinnig gut.“ Es gebe Alternativen im Online-Bereich oder in der Unternehmenskommunikation. „Es wird aber sicher für viele schwierig werden, wieder im Journalismus unterzukommen“, erklärte die Sprecherin. „Man kann auch schauen, sich mit freiberuflicher Tätigkeit selbstständig zu machen, aber da braucht man sehr viel Durchhaltevermögen.“ Die Arbeitsagenturen setzten bei arbeitslosen Journalisten vor allem auf Eigeninitiative, die Agentur könne weniger vermittelnd als beratend tätig werden.

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