Großdemo gegen Atomkraft

Kundgebung

2500 Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen fanden sich am Sonntag zu einer Kundgebung vor dem Rathaus zusammen. Um nach der unvorstellbaren Katastrophe Solidarität mit den Menschen in Japan zu demonstrieren. Um den sofortigen Atomausstieg zu fordern.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 20.03.2011, 17:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Atomkraftwerke sind keine Brücke“, so seine Quintessenz, die auch auf den großen Transparenten der Menschen vor dem Rathaus zu lesen war. „Sie sind keine Brücke in eine risikoarme, nachhaltige Energiezukunft. Es besteht die Gefahr, dass sie gerade diesen Übergang verhindern.“Obwohl Parteipolitik bei der Kundgebung eigentlich keine Rolle spielen sollte, war sie nicht ganz herauszuhalten. Vor allem die nichtkirchlichen Redner waren sich einig in der Schelte der schwarz-gelben Bundesregierung, die den Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg zu verantworten habe. Michael Hermund (DGB) brach die Diskussion auf die lokale Ebene herunter und griff den Bochumer CDU-Vorsitzenden Christoph Konrad an, der die Kundgebung im Vorfeld als „scheinheilig“ bezeichnet habe. Der Bochumer SPD-Chef Thomas Eiskirch steckte anwesenden Journalisten das erklärte Vorhaben der Partei, auf die Stadtwerke einzuwirken: „Wir möchten, dass sie in absehbarer Zeit einen Strom-Mix ohne Atomstrom anbieten und keine neuen Lieferverträge mehr mit Atomstromanbietern abschließen.“

Den Abschluss der Kundgebung wollte Michael Hermund als Auftakt zu weiteren Anti-Atom-Protesten verstanden wissen: Am Montag (21. März) findet eine Mahnwache am Hauptbahnhof statt (siehe Meldung). Am Samstag, 26. März, startet um 14 Uhr eine Großdemonstration in Köln.