Große und kleine Fans kommen bei VfL-Saisoneröffnung auf ihre Kosten

Legenden-Talk und Testspiel

Saisoneröffnung beim VfL Bochum. Das ließen sich die Fans des Zweitligisten nicht zweimal sagen und strömten am Samstag und Sonntag in Scharen zum Rewirpower-Stadion. Die Castroper Straße war ein Meer aus zwei Farben: Blau und Weiß. Neben dem ersten Testspiel gab es auch rund ums Stadion jede Menge Programm.

BOCHUM

von Von Nathalie Arendt

, 29.07.2012, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Legenden reden über internationalen Fußball, die früheren Zeiten, klären auf, warum Ata „Ata“ heißt („weil meine Sachen nach dem Training auf Asche so oft damit gereinigt werden mussten“) und sprechen über die kommende Saison. Fechners Söhne spielen selber in der Jugend, deswegen blickt er zuversichtlich nach vorn. Allerdings: „Man muss Mumm haben“, gibt der 62-jährige zu bedenken. Und Fußball-Urgestein Ata hat für seine über 500 Ligaspiele nur eine Erklärung: „Es kann nur mit Gesundheit und der richtigen Einstellung so lange laufen.“

Für die Talkrunde hatten sich viele Fans vor dem Stadion versammelt. Und auch unter ihnen waren einige dabei, die sich immer wieder gerne an die gute alte Zeit erinnern. „Früher gab es um das Stadion nur eine Art Maschendrahtzaun. Da haben die Anwohner des Stadions dann ihre Balkone vermietet und dort wurde Bier verkauft und das Spiel geguckt“, erzählt Detlef Tilgert, der bereits seit 1970 dem VfL treu ergeben ist. Zu viel erhoffen er und andere Fans sich aber nicht von der neuen Saison. „Sie sollen einfach einen ordentlichen Ball spielen, sich im oberen Mittelfeld halten und finanziell nicht in die Bredouille kommen. Vielleicht klappt es ja dann in zwei Jahren mal mit dem Aufstieg“, sagt Matthias Steinke.

Besseren Fußball – das wünschen sich zum Saisonstart die meisten Fans von ihren Bochumer Jungen in Blau und Weiß. Bei der Saisoneröffnung rund um das Stadion an der Castroper Straße wurde viel über die bevorstehende Spielzeit diskutiert. An einen Aufstieg in die erste Liga glaubt aber so gut wie niemand. „Auch wenn ich immer auf ein kleines Wunder hoffe“, sagt Fan Kathi Nücke. Kleine Hoffnungen wurden am Abend beim Testspiel aber wieder zunichtegemacht – ein Tor für Bochum, vier für die Kicker aus Mönchengladbach. Die Stimmung im Stadion war dennoch gut. Mit einem Sieg gegen die Borussia hatte niemand ernsthaft gerechnet. „Für die neue Saison wünsche ich mir, dass wieder mehr Fans ins Stadion kommen und nicht direkt gepfiffen wird, wenn wir hinten liegen“, sagt Martin Wechler.

Beim Testspiel wurde dieser Wunsch erfüllt. Neu-Fan Marco Stork hingegen stellt schon zu Beginn der Saison die Trainerfrage: „Peter Neuruhrer soll wieder zu uns stoßen. Wir brauchen einen Macher aus dem Ruhrgebiet.“ „Die Mannschaft soll einfach kämpfen“, sagt Peter Huck. „Am meisten erhoffe ich mir von Michael Delura, der hat bei seinen ersten drei Spielen einen guten Eindruck gemacht.“ Am Sonntag konnte Peter Huck das dem Mittelfeldspieler sogar persönlich sagen: Die Profimannschaft kam zum Familienfest an der Castroper Straße und verteilte Autogramme auf Trikots, Schals und Fan-Magazine.