Grube: Schlimmstes Unwetter in Geschichte der Deutschen Bahn

S-Bahn-Verkehr noch gestört

Eine Woche nach dem schweren Unwetter sind in Nordrhein-Westfalen nach Bahnangaben wieder 70 Prozent der zerstörten Strecken in Betrieb. „Es war das schlimmste Unwetter, was wir jemals in der Geschichte der Deutschen Bahn erlebt haben“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Montag in Ratingen.

Düsseldorf

16.06.2014, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, macht sich am Montag in Ratingen ein Bild von den Reparaturarbeiten.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, macht sich am Montag in Ratingen ein Bild von den Reparaturarbeiten.

Bis der gesamte Verkehr auf der Schiene wieder störungsfrei laufe, bitte er Bahnkunden um etwas Geduld. Grube machte sich nach dem Gewittersturm von Pfingstmontag ein Bild von den massiven Schäden an den Bahnstrecken. „Wir haben wirklich alles gegeben, um unseren Kunden schnell wieder Mobilität zu gewährleisten“, sagte Grube an der Strecke der S-Bahn zwischen Essen und Ratingen, die besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Noch verhindern umgekippte Bäume und zerstörte Oberleitungen den Bahnverkehr auf weiten Teilen der Linie S6.Bundeswehr verlängert Einsatz Die Bundeswehr verlängerte unterdessen ihren Einsatz bei der Beseitigung von Sturmschäden in Düsseldorf bis Dienstagabend. An den wegen Sturmschäden zeitweise geschlossenen Schulen in Nordrhein-Westfalen sollte der Unterricht am Montag fast überall wieder normal laufen.

Nur der IC 35 fährt noch nicht Die Bahn konnte nach tagelangen Aufräum- und Reparaturarbeiten die wichtige Ost-West-Hauptstrecke durch das Ruhrgebiet wieder freigegeben. Bis auf den IC 35 fährt der Fernverkehr wieder auf dem regulären Weg durch das Ruhrgebiet, wie die Bahn in Berlin mitteilte. Die Züge des für Pendler wichtigen NRW-Express RE 1 verkehren wieder durchgängig zwischen Aachen und Hamm. Damit werden auch die Hauptbahnhöfe von Essen und Bochum wieder angefahren, die seit vergangenen Montag tagelang vom Zugverkehr abgeschnitten waren.

1500 Kilometer Gleise beschädigt Trotz der Fortschritte im Ruhrgebiet gibt es weiter große Lücken im Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt waren in der Rhein-Ruhr-Region wegen umgestürzter Bäume rund 1500 Kilometer des Gleisnetzes beschädigt worden. Einschränkungen gibt es Stand 16. Juni noch auf folgenden Linien:

  • RB 33 (Aachen–Heinsberg/Duisburg) verkehrt zwischen Aachen und Mönchengladbach–Heinsberg, Pendelbetrieb zwischen Lindern–Heinsberg,
  • RB 38 (Düsseldorf–Köln) verkehrt zwischen Grevenbroich und Köln,
  • S 1 (Solingen–Dortmund) pendelt zwischen Solingen und Essen sowie zwischen Bochum und Dortmund,
  • S 2 (Duisburg–Dortmund) verkehrt wieder eingeschränkt, aber weiterhin kein Zugverkehr zwischen Essen-Altenessen und Duisburg sowie zwischen Recklinghausen Süd und Recklinghausen Hbf,
  • S 3 (Oberhausen–Hattingen) verkehrt lediglich wieder zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf.
  • S 6 (Essen–Köln) verkehrt zwischen Düsseldorf und Köln–Nippes,
  • S 9 (Haltern–Wuppertal) verkehrt zwischen Bottrop und Haltern.
  • Fernverkehr: Der IC 35 (Norddeich–Münster–Gelsenkirchen–Köln–Koblenz–Luxembourg) hält nicht in  Recklinghausen und Oberhausen.

 

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