Grüne in Mengede dokumentieren Lärmbelästigungen durch Messungen

MENGEDE Bündnis 90 / Die Grünen in Mengede haben die Gelegenheit, ihre Lärmmessgeräte konkret einzusetzen. Um Lärmbelästigung durch Motocross-Fahrzeuge am Kanal in Groppenbruch auf die Spur zu kommen zum Beispiel.

von Von Arndt Brede

, 04.06.2008 / Lesedauer: 3 min
Grüne in Mengede dokumentieren Lärmbelästigungen durch Messungen

Bündnis 90 / Die Grünen – hier vertreten durch Manfred Jockheck (l.), Isabella Knappmann (3.v.r.), Rita Maria Schwalgin (2.v.r.) und Axel Kunstmann (r.) messen Lärmbelästigungen unter anderem an der Bahnlinie Dortmund – Oberhausen.

Die mobilen Geräte hatten die Grünen von sich aus angeschafft, nachdem sie keine Chance gesehen hatten, in der Bezirksvertretung (BV) eine Mehrheit für die Anschaffung eines Lärmmessgerätes für den Stadtbezirk, finanziert durch die BV, zu bekommen. Wie Manfred Jockheck, Sprecher der Grünen-Bezirksfraktion, mitteilt, werde das Verbot, den Bereich am Kanal mit „motorgetriebenenen Fahrzeugen“ zu befahren, an Feiertagen und besonders an den Wochenenden von den Motocrossfahrern ignoriert.

„Hausbesitzer befürchten jetzt sogar Mietkürzungen und Auszug aus den ,beschallten´ Wohnungen“, sagt Manfred Jockheck. Sie erwägen laut Bündnis 90 / Die Grünen, die RAG Montan GmbH, zu verklagen. Jockheck: „Eine Abhilfe durch Maßnahmen wie Erdanschüttungen und Schranken steht immer noch aus.“ Die Grünen wollen jetzt auf Abruf eines ihrer mobilen Lärmmessgeräte kurzfristig zu Messungen einsetzen, um Belästigungen zu dokumentieren.

Feuertaufe

Die „Feuertaufe“ hat das andere Gerät bereits bestanden. Die Mieterinitiative Luisenplatz in Nette hat es gekauft und den Grünen wiederum zur Verfügung gestellt. Die Anwohner entlang der Bahnlinie Oberhausen – Dortmund klagen seit Jahren über Lärm durch den Schienenverkehr. Die Grünen haben gemessen und wollen ihre Ergebnisse an das Umweltamt weiter leiten. Ihrer Meinung nach überschreitet die Lärmbelästigung durch Züge die zulässigen Höchstwerte. „In den Spitzen werden bis zu 90 Dezibel gemessen“, sagt Manfred Jockheck. Sabine Szesny aus der Händelstraße: „Ich schlafe keine Nacht durch. Zwischen 2 und 5 Uhr ist es am schlimmsten.“ Ihr Haus steht rund 30 Meter von der Bahnlinie entfernt. Lösungen könnten laut Grünen darin bestehen, die bei der Deutschen Bahn AG zuständigen Stellen aufzufordern, das Tempo der Züge herab zu setzen und die Schweißstöße an den Schienen zu glätten.

Schallschutzwand?

Eine weitreichendere Maßnahme, eine Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie, sehen die Anwohner kritisch. Weil ihre Gärten direkt an der Bahnlinie liegen, fürchten sie, dass ihre Lauben drastisch kleiner werden würden, wenn eine Wand gebaut würde. Zudem würde sie laut Manfred Jockheck 2,80 bis drei Meter hoch werden.

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