Grüne kritisieren Vielzahl der Baumfällungen in Unna

rnDrei aktuelle Beispiele

In Unna werden zu viele Bäume gefällt – finden die Grünen. Deren Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert sieht aktuell mehrere Bauvorhaben, bei denen gesunde Bäume weichen müssen, ohne Alternativen zu prüfen.

Unna

, 08.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Kastanien an der Hermannstraße sind nur eines von aktuell mehreren Beispielen, anhand derer Unnas Grüne eine zunehmende Bereitschaft erkannt haben wollen, Bäume zu fällen. „Es wird überhaupt nicht nach anderen Lösungen gesucht“, beklagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Charlotte Kunert, die Situation.

Sie nennt drei aktuelle Beispiele: Neben der geplanten Fällung von fünf 80 Jahre alten Kastanien an der Hermannstraße, um Platz für Wohnhäuser zu machen, sind dies die Pläne für die Umgestaltung des Platzes am Morgentor sowie der Neubau an der Schillerschule, um Platz für den Offenen Ganztag sowie eine Kindertagesstätte zu schaffen.

Idee: Baum in den Neubau integrieren

Aus den Plänen für den OGS- und Kita-Neubau an der Schillerschule, die in einer gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfe- und des Schulausschusses Anfang Juni vorgestellt wurden, geht hervor, dass mindestens einer der Bäume auf dem zum Fritz-Steinhoff-Weg gelegenen Schulhof für den Neubau gefällt werden müsse. Dabei handelt es sich um eine Kastanie.

„Ich frage mich, ob man diesen Baum nicht integrieren kann“, meint Kunert. Möglicherweise ließe sich das Gebäude um den Baum herumplanen oder so modifizieren, dass die Kastanie stehen bleiben könne: „Moderne Architekten und Städteplaner berücksichtigen so etwas.“

Sie vermisst eine solche Weitsicht, was die Bedeutung von Bäumen für die Lebensqualität in der Stadt angeht, in Unna. „Dabei sieht man doch gerade in der jetzt anhaltenden Hitzeperiode, wie wichtig Bäume für uns sind“, so Kunert.

Gegen den Bebauungsplan an der Hermannstraße, der die Fällung der Kastanien vorsieht, haben die Grünen Einspruch eingelegt. „Das wird aber schwierig, fürchte ich“, gibt sich Kunert wenig optimistisch, dass die private Bebauung der 1354 Quadratmeter großen Fläche und damit das Aus für die Kastanien noch verhindert werden kann.

Dass am Morgentor im Zuge der Umgestaltung des Platzes zu einem so genannten „shared space“ ebenfalls einige Bäume weichen sollen, um unter anderem Platz für eine Teil-Wiederherstellung der Stadtmauer zu machen, ärgert Kunert ebenfalls. „Aber das ist genauso wie der OGS-Neubau an der Schillerschule etwas, worüber wir in den nächsten Sitzungen des Umwelt- und des Stadtentwicklungsausschusses reden müssen“, kündigt Kunert an.