Grüne zweifeln am Musikzentrum

Spielstätte der Symphoniker

Zweifel an einer Realisierung des Bochumer Konzerthauses. Die Machbarkeitsstudie zum Bau eines Musikzentrums zeige alles andere als die Machbarkeit des Projekts, sagen die Grünen. Kernargument: Die Betriebkosten würden nicht hinreichend gesenkt. Kulturdezernent Townsend widerspricht.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 15.11.2011, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grüne zweifeln am Musikzentrum

Doch mit der nun vorliegenden Machbarkeitsstudie des Büros Assmann sieht Grünen-Fraktionschef Wolfgang Cordes diese Bedingung nicht mehr gegeben. Die Studie kommt zwar zu dem Schluss, dass der Bau eines Musikzentrums machbar sei. Aber nur ohne Verwaltungsräume für die Symphoniker. Grundlage des Ratsbeschlusses sei das Entfallen von Miet- und Transportkosten gewesen, so Cordes. „Das ist nicht zu erreichen, wenn jetzt doch wieder externe Räume angemietet werden müssen.“ Zudem hält das Büro Assmann lediglich einen Konzertsaal mit einer Größe von 12.000 Kubikmetern für realisierbar. Das entspricht etwa 820 Plätzen. Symphoniker und Stadt wollen aufgrund der Akustik jedoch einen Saal mit 1000 Plätzen, genauer mit einer Größe von 14.000 Kubikmetern.

"Die Sorgen der Grünen sind unbegründet", sagt Kulturdezernent Michael Townsend. Oberste Prämisse habe der Kostenrahmen von 33 Millionen Euro, der nicht überschritten werden dürfe. Gleiches gelte auch für die Betriebskosten. "Die dürfen nicht über 650.000 Euro liegen", sagt Townsend. Mit oder ohne externen Räumen. Ziel des Wettbewerbsverfahrens sei es, die größtmögliche Fläche aus dem Raum herauszukriegen. Die Machbarkeitsstudie habe lediglich auf Raumdatenbanken zurückgegriffen. Der Kreativität der Architekten seien hingegen keine Grenzen gesetzt. Der Wettbewerb muss daher durchgeführt werden.

Doch da intervenieren die Grünen: "Ich sehe die Gefahr, dass Fakten geschaffen werden, die nicht im Einklang mit dem Ratsbeschluss vom März stehen", resümiert Wolfgang Cordes und fordert: "Der EU-weite Realisierungswettbewerb darf erst ausgeschrieben werden, wenn sichergestellt ist, dass alle Bedingungen des Ratsbeschlusses erfüllt werden." Townsend muss die Grünen noch überzeugen. Sonst droht das Projekt Musikzentrum sich weiter zu verzögern. Und genau damit wird eine Realisierung immer unwahrscheinlicher. Bis März 2012 müssen die Entwürfe für den Neubau vorliegen, damit 2015 eröffnet und die letzten Rechnungen bezahlt werden können. Dieser Zeitrahmen ist Voraussetzung für die millionenschwere EU-Förderung.