Gustav-Lübcke-Museum in Hamm für 5,1 Millionen Euro saniert

Wiedereröffnung am Sonntag

Anderthalb Jahre wurde gebaut, fast ein Jahr waren die Türen für die Öffentlichkeit verschlossen, an diesem Sonntag folgt die große Wiedereröffnung: Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm wurde für 5,1 Millionen Euro saniert. Dem Besucher erschließt sich das allerdings erst auf den zweiten Blick.

HAMM

, 05.03.2015, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gustav-Lübcke-Museum in Hamm für 5,1 Millionen Euro saniert

Das Gustav-Lübcke-Museum wird am Sonntag wiedereröffnet.

Mancher Besucher, der das sanierte Gebäude betritt, mag sich fragen: Wo wurde denn das ganze Geld verbaut? Auf den ersten Blick scheint im Lübcke-Museum alles beim Alten: das Foyer, die Rampen zu den Ausstellungsräumen, das Ambiente. Die Investitionen flossen vor allem in Bereiche, die für den Besucher unsichtbar sind – für die Zukunft des 1993 eröffneten Museums aber enorm wichtig, wie Direktorin Friederike Daugelat betont.

„Besonders die neue Klimaanlage ist die Voraussetzung dafür, dass wir in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und attraktive Ausstellungen nach Hamm holen können“, sagt Daugelat. Ohne konstante Klima- und Luftfeuchtigkeitswerte bekomme heute kein Museum mehr wertvolle Leihgaben.

Multimedia-Guide

Die Stadt Hamm, unterstützt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Nationalen Klimaschutzinitiative, hat die 5,1 Millionen Euro in die technische Erneuerung des Gebäudes investiert. Die Heizungs- und Lüftungsanlage wurde saniert, die Klimaanlage erneuert, das Dach repariert, nachdem es in der Vergangenheit durchaus einmal vorgekommen war, dass Wasser durch die Decke kam.

Von der Sanierung soll auch die Ägyptenabteilung – die größte im Ruhrgebiet – profitieren. Für die Sammlung hat das Museum neue Dauerleihgaben – ein großer Granitsarkopharg und kleine Heiligenstatuen – erhalten, die es ohne die neue Klimaanlage nicht hätte zeigen können. Die Abteilung „Altes Ägypten“ wird allerdings erst am 30. August wiedereröffnet.

Dauerausstellungen 

Den Anfang machen ab Sonntag die Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte Hamms und zur Kunst im 20. Jahrhundert. Die Konzepte wurden überarbeitet, die Sammlungen neu geordnet, in beiden gibt es neue Werke zu sehen. Kurze und prägnante Texte an der Wand erklären den Besuchern Hintergründe. Ein neuer und kostenloser Multimedia-Guide führt die Besucher durch das Museum. Im Juni sollen auch die Abteilungen Archäologie und Angewandte Kunst eröffnet werden.

Gekrönt werden soll das „Premierenjahr“, wie es Daugelat nennt, durch die große Sonderausstellung „Sehnsucht Finnland“, bei der ab 18. Oktober 70 hochkarätige Werke aus einer der größten Privatsammlungen Finnlands zu sehen sein werden.

Führungen 

Schon am Sonntag, 8. März, soll die Wiedereröffnung ab 10.30 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Dann können sich die Besucher auch ein Bild davon machen, wo das Geld verbaut wurde: Es werden Führungen durch den Heizungs- und Lüftungskeller angeboten.