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Gut vorbereite Schiller-Schüler befragten Politiker

Diskussionrunde

Politikverdrossene Jugendliche? Nicht mit den Wittener Schiller-Gymnasiasten. Gemeinsam mit Gästen aus der Politik diskutierten die rund 240 Schüler am Dienstag an der Universität Bochum über die aktuelle europäische Wirtschaftslage unter dem Titel „Leben in der Krise – Wohin steuert Europa?“

WITTEN

, 06.03.2013
Gut vorbereite Schiller-Schüler befragten Politiker

Zuhören, mitschreiben, Fragen stellen: Die Schüler des Wittener Schiller-Gymnasiums zeigten sich gut vorbereitet und engagiert in der Diskussionsrunde an der RUB.

Eingeladen waren Abgeordnete der großen Parteien. Als Experte beteiligte sich der Wirtschaftswissenschaftler Professor Stephan Paul. Nach einer Begrüßung durch Rektor Elmar Weiler stellten sich die Politiker den von zwei Schülermoderatoren vorbereiteten Fragen. Ob der „Patient EU noch auf der Intensivstation läge“ oder nur noch „unter Beobachtung stünde“, wurde kontrovers diskutiert. Die Wirtschaft sei nur ein Aspekt der Krise, meinte Jürgen Klute (Linke). Auch das Vertrauen in Politik und den Euro hätten gelitten. Direkt im Anschluss ging das Mikrofon aber an die Schüler. Gut vorbereitet, sachkundig und ohne Scheu sprachen sie etwa die Jobsituation in Spanien an. Ralph Brinkhaus (CDU) antwortete, dass hier die Wirtschaft gefragt sei. Der Staat könne keine nachhaltigen Jobs künstlich schaffen.Aktuelle Debatte aufgegriffen Auch die aktuelle Debatte über die Deckelung von Managerboni beschäftigte die Schüler. Brinkhaus argumentierte, dass Vorstandsmitglieder verantwortlich für das Wohl von hunderten Beschäftigen seien. Er verglich Manager mit Fußballprofis, die ähnliche Gehälter bezögen, aber weit weniger Verantwortung trügen – Joachim Poß (SPD) warf hingegen ein, dass die Grundfrage laute, ob man überhaupt so viel Geld verdienen dürfe. Trotz der grundsätzlich sachlichen Debatte schien es, als ob manche der Gäste die Veranstaltung bereits für den Wahlkampf nutzten. Insbesondere Joachim Poß wurde häufiger laut und nannte das Bonussystem „pervers“. Horrende Managerboni untergrüben die soziale Marktwirtschaft – eine Wortwahl, die nur bedingt auf Verständnis stieß. Objektiver fasste Ralph Brinkhaus die gesamte Diskussion noch einmal zusammen: „Ich wünsche mir, dass Sie eines aus dieser Veranstaltung mitnehmen: Es gibt keine einfachen Lösungen, nicht einfach nur schwarz und weiß.“ Die Komplexität europäischer Politik und Wirtschaft lässt sich nicht an einem Vormittag besprechen.