Gutachten zur Verkehrsbelastung soll erste Maßnahmen im Sommer ermöglichen

WITTEN Den ganzen Tag über poltern die Autos über das Kopfsteinpflaster im unteren Bereich der Crengeldanzstraße. Auf dem unteren Bodenborn geben lange Kolonnen von PKW, Lastwagen und Bussen vor der Ampel immer wieder Gas – manche Anwohner müssen an Wittener Straße viel Lärm ertragen.

von Von Susanne Linka

, 14.03.2009, 07:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Bodenborn ist stark befahren. Die Sanierung wird manches Problem mit sich bringen.

Der Bodenborn ist stark befahren. Die Sanierung wird manches Problem mit sich bringen.

Er lehnt das „Gießkannenprinzip ab“, mit dem er nach den Ergebnissen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf viel befahrenen Straßen dem Stressfaktor Lärm entgegensteuern müsste. Die amtliche Lärmkartierung basiere nämlich auf ungenauen Werten: „Sie bezieht die an einer Stelle erhobenen Daten auf die ganze Länge einer Straße“, kritisiert Klawe. Dabei gerate völlig außer acht, dass z. B. vom Crengeldanz viele in die Sprockhöveler Straße oder die Breite Straße einbiegen. Oder, dass viele Anwohner des Bommerfelder Rings eben nicht den kompletten Bodenborn nutzen.

„Wir sollten lieber genau hinsehen und dann punktgenau angreifen“, erklärte Klawe jetzt im Umweltausschuss. Bevor viel größere Summen ausgegeben werden, regte er an, lieber 7500 Euro in ein eigenes Gutachten zu investieren, das auf eigenen und genaueren Zählungen beruht. Zunächst stieß seine Forderung auf Skepsis, weckte sie doch den Verdacht, er wolle die amtlichen Ergebnisse beschönigen, um Geld zu sparen.

Das, so beteuerte Klawe, sei aber gerade nicht sein Anliegen: Unter Umständen sei sein Ansatz sogar teurer, weil er auch Bereiche – etwa auf dem Bommerfelder Ring – ins Auge fassen wolle, die knapp unter der amtlichen Lärmbelastungsgrenze liegen und nach LANUV keine Beachtung gefunden hätten. Der Ausschuss stimmte seinem Anliegen nach kontroverser Diskussion zu. Auf Anregung der CDU soll es zusätzlich zu den Berechnungen des Gutachters aber auch noch Lärmmessungen an fünf Stellen geben. Ergebnisse sollen in ca. zwei Monaten schon vorliegen. „Möglicherweise“, so Klawe, „können wir im Sommer mit ersten Lärmschutzmaßnahmen beginnen.“

Um den Geräuschpegel zu senken, gibt es viele Möglichkeiten. Gerald Klawe zählt auf, dass das laute Kopfsteinpflaster am Crengeldanz vermutlich schon bei Baumaßnahmen für die Straßenbahn verschwinden wird. Tempo-Reduzierungen, ein spezieller Asphalt, Umleitungen für LKW seien einige Möglichkeiten für mehr Ruhe an stark befahrenen Straßen zu sorgen.   Wenn gar nichts mehr helfe, müsse die Stadt den Anliegern auch teure Lärmschutzfenster bezahlen: „Darauf haben sie bei nachgewiesener Belastung einen gesetzlichen Anspruch.“