Gute Zusammenarbeit seit 40 Jahren

IG Metall und Ruhr-Uni

Der Kooperationsvertrag zwischen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der IG Metall (IGM) vom 9. Juli 1975 gehört laut der RUB zu den ältesten Vereinbarungen zwischen einer Hochschule und einer Gewerkschaft in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Nun wurde ein besonderes Jubiläum gefeiert.

BOCHUM

26.07.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gute Zusammenarbeit seit 40 Jahren

Der Frühling macht auch den Beton schön: An der Ruhr-Uni.

Denn auf der Basis dieses Vertrages wurde im Jahr 1979 die Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM an der RUB ins Leben gerufen. Deren 40-jähriges Bestehen feierten RUB und IGM nun. Als erste neu gegründete Universität in der Bundesrepublik und als erste Universität im Ruhrgebiet überhaupt, stand die RUB seit ihrer Gründung nach eigenen Aussagen im Jahr 1965 in einer großen gesellschaftlichen Verantwortung.

Aus diesem Grund stellte die 1975 geschlossene „Vereinbarung über die Zusammenarbeit“ mit dem Vorstand der IG Metall in Frankfurt/Main ebenfalls eine besondere Initiative dar, mit der sich beide Einrichtungen verpflichteten, das Verhältnis zwischen wissenschaftlichem Forschen und sozialpolitischer Praxis zu verbessern und Impulse für den Strukturwandel der Region zu geben.

Heute gelte es für die Zusammenarbeit vor allem, sich den aktuellen Herausforderungen der Region zu stellen – etwa die Schließung von großen Produktionsstätten in Bochum, durch die der wirtschaftliche Strukturwandel einen neuen Höhepunkt erreicht habe.

Vielfältige Kooperation

In Kooperation mit der Lernfabrik führt die Gemeinsame Arbeitsstelle verschiedene Maßnahmen durch. Dazu zählen Forschungskooperationen zum Themenfeld „Arbeit, Mitbestimmung und Industrie 4.0“, Forschungen zum Dritten Bildungsweg, Weiterbildungsstudiengänge für Betriebsräte und gemeinsame Lehrmodule für Ingenieure und Sozialwissenschaftler.

Die Gemeinsame Arbeitsstelle führt laut der RUB das fort, was seit der Vertragsunterzeichnung im Mittelpunkt der Kooperationsarbeit steht, nämlich für eine Entwicklung der RUB in gesellschaftlicher Verantwortung einzutreten. Hans-Jürgen Urban, im Vorstand der IG Metall für die Arbeits-, Sozial- und Bildungspolitik zuständig und damit seitens der IG Metall auch für die Kooperation mit der RUB verantwortlich, sieht gerade in der gegenwärtigen Debatte um die Öffentliche Soziologie einen Anknüpfungspunkt für die Weiterentwicklung der Kooperation.

Einmalige Chance

„Eine neue Etappe der Kooperation zwischen Wissenschaft und Gewerkschaften“, sagt er in einer Mitteilung, „wird eine gemeinsame Arbeit an Themen und Forschungsfeldern erfordern, die auf beiden Seiten dringliche Relevanz vorweisen kann.“

Für die RUB sei es eine einmalige Chance, durch die Kooperation mit der IG Metall tiefergehende Einblicke in die Arbeitswelt und ihre rasante Veränderung zu gewinnen, sagte Prof. Dr. Ludger Pries, Rektoratsbeauftragte der RUB für die Kooperation mit der IGM.

Das betreffe vor allem die Auswirkungen wirtschaftlichen und technischen Wandels für die Arbeits-, Beschäftigungs- und Partizipationsbedingungen der Beschäftigten.  

Zum 40-jährigen Jubiläum des Kooperationsvertrags ist beim Edition Sigma Verlag ein Sammelband erschienen: Pries, Ludger / Urban, Hans-Jürgen / Wannöffel, Manfred (Hg.) (2015): „Wissenschaft und Arbeitswelt – eine Kooperation im Wandel“.

Schlagworte: