Hängendes Blütenmeer in Christ König

Kunstinstallation

Kaum wahrnehmbar wabert der Duft tausender Hyazinthen durch das Kirchenschiff von Christ König: „Nostalgia“ heißt die neue Installation in der Kunstkirche. Entworfen hat sie die Essener Bildhauerin Anne Berlit, die sich in dieser Arbeit mit Aspekten des Seins und des Vergehens beschäftigt.

BOCHUM

, 04.03.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie ein Baldachin aus Blüten hängen die 2200 blauen Hyazinthen von der Decke der Kunstkirche Christ König. So leicht und fast schwebend die Anordnung wirkt, so mühsam war der Aufbau der Installation „Nostalgia“. „Wir haben fast dreimal so lang gebraucht wie gedacht“, sagt die Künstlerin.

Gemeinsam mit Norbert Düwel, Mitarbeiter des Bistums Essen, verbrachte sie die letzten Wochen auf dem eiskalten Dachboden der Kirche und bohrte Löcher in die Decke. „Das war nicht so leicht, weil es zahlreiche Hohlbalken gab“, sagt sie. In den Löchern verankerten beide dann die Holzrahmen- und Drahtkonstruktion, an der nun die 2200 Blumen nach unten hängen.

Es ist Berlit wichtig, dass man die dahintersteckende Arbeit nicht sieht. Der Zuschauer soll sich stattdessen ganz unvoreingenommen auf die Installation einlassen – und sie sogar mitprägen. „Der weiße Teppich auf dem Boden war mir ganz wichtig“, sagt die Künstlerin.

Verschiedene Assoziationen

Auf ihm sollen die Fußspuren der Besucher sichtbar werden, die mit dreckigen Schuhen durch die Kirche laufen – aber auch der Dreck, der von den Blumen abfällt. Denn die Hyazinthen sind echt, müssen regelmäßig bestäubt werden und werden auch nach und nach verblühen.

Ein Prozess, der im Werk fest miteingeplant ist, denn die Vergänglichkeit ist eines der zentralen Motive dieser Arbeit. Auch die Farbe der Hyazinthen ist keine zufällige Entscheidung. Berlit selbst denkt bei den Blautönen an die Weite, die Ferne und damit auch an einen nicht erreichbaren Himmel. Propst Michael Ludwig fühlt sich indes an das Violett erinnernd, dass die katholische Liturgie in der Fastenzeit prägt. „Schließlich sind derzeit alle unsere Gewänder violett“, sagt er.

Doch diese verschiedenen Assoziationen, sie sind gewollt – und gerade sie erst machen das Werk der Bildhauerin auch so spannend.

Die Eröffnung der Ausstellung in der Kunstkirche Christ König, Steinring 34, ist am Sonntag, 8. März, um 16 Uhr. Danach ist die Installation bis zum 12. April jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 15 Uhr zu sehen.

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