„Hänsel und Gretel“ als Kindermusical

Theater Hagen

Hänsel ist ein Schisser. Bei jedem leisen Pfeifen im Wald kriegt er schon die Krise. Wie gut, dass seine Schwester Gretel genug Mumm für beide Geschwister hat.

HAGEN

von Von Karsten Mark

, 29.11.2015 / Lesedauer: 2 min
„Hänsel und Gretel“ als Kindermusical

Angelika Linder und Emanuele Pazienza sind Hänsel und Gretel in Hagen.

Bei den Eltern läuft es ähnlich: Während der Vater besoffen in der Schubkarre schläft, muss die Mutter sehen, wie sie die Familie am Laufen hält. Ob dazu auch gehört, die eigenen Kinder loszuwerden, bleibt in dieser Version des Grimmschen Märchens eher im Unklaren. Vielleicht war ja alles nur ein Missverständnis?

Weihnachtsklassiker

Am Theater Hagen läuft zur Adventszeit der Weihnachtsklassiker für Kinder nicht in der traditionellen Opernform von Engelbert Humperdinck, sondern als Kindermusical. Das Genre hat sich in Hagen über Jahre bewährt und wieder führt Intendant Norbert Hilchenbach die Regie.

Dieses Mal ist das gesamte Stück eine Eigenproduktion: Werner Hahn, Leiter des Hagener Kinder- und Jugendtheaters, schrieb die Texte, Andres Reukauf, ehemaliger Solorepetitor und Stammdirigent der Weihnachtsmusicals, die Musik.

Waldvogel als Schutzengel

Mit der originalen Geschichte nimmt es Hahn nicht so genau. Nicht nur der feministische Touch fällt auf, sondern vor allem der ulkige Schutzengel, der über den Kindern in der Gestalt eines Waldvogels wacht.

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Noch vor den Kindern nimmt er es mit der bösen Hexe auf - und scheint zunächst chancenlos gegen die strebsame Magierin, die gerne Oberhexe werden möchte und es gar nicht gerne hört, wenn jemand sagt, sie sei zu dick.

Schubser in den Ofen

In Hagen ist ihr trotz obligatorischem Schubser in den Ofen ein Happy End vergönnt. Denn, so Hahns Moral von der Geschichte: Das Gute und das Böse gehören zusammen.

Dem erwachsenen Zuschauer mag die Dramaturgie mitunter etwas kraus erscheinen, sein Talent, den Humor kleiner Kinder zu treffen, kann das Theater Hagen allerdings erneut unter Beweis stellen.

Körperbetonte Slapstick- und Tanzeinlagen, auch mal auf Rollschuhen oder auf dem Tretroller, sind dafür weitaus wichtiger als stringente Handlungsstränge. Viele eingängige Songs und ein hoch engagiertes Ensemble machen das Erfolgsrezept komplett.

Termine: 2./, 4.-16./19. - 21./25.12.; Karten: Tel. (02331)2073218.

 

 

 

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