Haftstrafe für falschen Monteur aus Bochum

Feuerlöscher-Betrug

Ein falscher Monteur hat in Apotheken, Kliniken und Supermärkten in Bochum gleich reihenweise Feuerlöscher „gewartet“ - und dabei selbst erstellte Prüfsiegel aufgeklebt. Jetzt muss er ins Gefängnis. Die Strafe: drei Jahre und neun Monate Haft.

BOCHUM

09.03.2017, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Haftstrafe für falschen Monteur aus Bochum

Gäbe es ein Qualitäts-Einstufung für Diebe oder Betrüger – dieser Mann würde wohl ganz sicher unter der Kategorie „1a“ geführt werden. In der Anklage war gleich von zehn verschiedenen Tatorten die Rede. Und auch die Brandschutzfirma, für die er tätig war, war von ihm frei erfunden worden.

Laut Urteil kassierte der 43-Jährige in zahlreichen Fällen zu Unrecht Wartungsgebühren, klebte dabei laut Urteil sogar selbst erstellte Prüfsiegel auf die Feuerlöscher.

Angeklagter klaute 22 Feuerlöscher

Doch es ging sogar noch dreister: Das Gericht war am Ende auch überzeugt, dass der Angeklagte bei einem seiner Wartungs-Auftritte im April 2013 im St.-Josef-Hospital in Bochum-Linden insgesamt 22 Feuerlöscher einfach so abmontiert und gestohlen hat.

Dass die verhängte Strafe am Ende fast das Höchstmaß einer vom Amtsgericht überhaupt zu verhängenden Haftstrafe (vier Jahre) erreicht hat, lag vor allem an den zahlreichen und vor allem einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten.

Betrüger sitzt noch alte Haftstrafen ab

Wie bekannt wurde, hat der 43-Jährige wegen exakt derselben Betrugsmasche mit Feuerlöschern bereits mehr als sieben Jahre im Gefängnis gesessen. Obendrein ermitteln zurzeit noch mehrere Staatsanwaltschaften gegen ihn. Das heißt: Weitere Anklagen und Prozesse stehen womöglich bevor.

Zurzeit sitzt der „Feuerlöscher-Betrüger“ immer noch alte Haftstrafen ab. Die nun verhängten drei Jahre und neun Monate Haft verlängern seine Haftzeit empfindlich. Er und sein Verteidiger Jens Tuschhof haben aber bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

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