Halal

Ingrid Noll

Ingrid Nolls Figuren morden leise, auf subtile Art. Meist werden Frauen zu Verbrecherinnen, aber immer sind sowohl sie als auch ihre Beweggründe, den einen oder anderen Mann ins Jenseits zu befördern, sympathisch. Und selten werden sie geschnappt.

25.07.2017, 11:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch im neuen Krimi der großen Dame der deutschen Kriminalliteratur, "Halali", gibt es am Schluss eine Handvoll Leichen, aber diese Morde liegen auch schon ein halbes Menschenleben zurück. Die 82-jährige Holda erzählt ihrer Enkelin Laura von Abenteuern in den 1950er- und 60er-Jahren, als sie mit ihrer Freundin Karin auf die Jagd nach Männern ging und dabei fünf Männer in die ewigen Jagdgründe schickte.

Geheimdienst-Affäre

Der Wichtigste von ihnen hieß Jäger und war Untermieter bei Karins Tante, einer Gräfin. In eine Geheimdienst-Affäre in Bonn waren die Freundinnen verwickelt und hetzten sich selbst die Spione auf den Leib.

Augenzwinkernd und charmant beschreibt Ingrid Noll das leise Morden, das manchmal ganz nebenbei, fast aus Versehen geschieht. Ein hintersinnig-verschmitztes fein erzähltes Lesevergnügen.

Ingrid Noll: Halali, 320 S., Diogenes, 22 Euro, ISBN 978-3- 2570-6996-9.