Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Feuer und Amboss

Sythen Eine Esse mit loderndem Feuer und ein dicker Amboss stehen im Hof von Walter Vennebörger bereit.

08.08.2008

Feuer und Amboss

<p>Walter Vennebörger.</p>

Schon 1998 hat der Sythener Handwerksmeister seine Schmiede aufgegeben. Für den historischen Festumzug hat er sein Arbeitsgerät reaktiviert. Als seien inzwischen keine 20 Jahre vergangen, sorgt die Esse wieder für heiße Glut.

Tradition lebt auf

Schon Vennebörgers Vater Franz unterhielt ab 1928 eine Schmiede im Ortskern von Sythen. Deshalb sah es sein Sohn Walter als seine Pflicht und sein Recht an, die alte Handwerkskunst auf einem Wagen im Umzug zu präsentieren. "Das steht mir doch wohl zu", sagt Walter Vennebörger in seiner unnachahmlichen Art. Am 24. August will er mit dreien seiner ehemaligen Auszubildenden den Hammer sprechen lassen. Zum Üben haben sich schon einmal Ulrich Bock, Lehrling von 1970-73, und Hubert Lütkenhaus, (1955-58), eingefunden. Bruno Brosthaus, (1967-70), ist beim ersten Training verhindert. Nach so vielen Jahren ist es für die Schmiede gar nicht so einfach, den richtigen Rhythmus beim gemeinsamen Bearbeiten des glühenden Eisens zu finden.

"Beim Umzug wird's leichter", stellt Walter Vennebörger fest. "Dann haben wir Musik dabei, die den Takt vorgibt." Noch gibt es einige Sicherheitsbedenken, aber die sollen bis zum großen Tag ausgeräumt sein. "Mit dem offenen Feuer werden wir fertig. Aber was ist mit den laufenden Rädern?", beschreibt Walter Vennebörger die Bedenken des Gesetzgebers.

Vornehmlich Geräte für die Landwirtschaft, Flugschare, Eisenräder und Sturzkarrenbeschläge, wurden in seiner Werkstatt gefertigt. In früherer Zeit habe es in Sythen an jeder Ecke einen Schmied gegeben, weiß Vennebörger. Besonders hat er die Kunstfertigkeit eines Sauerländers in Erinnerung, der bei der WASAG beschäftigt war und dort hauptsächlich die Hufe der Pferde beschlug.

Zuschauer erwünscht

Während des Krieges musste dieser wegen des Bombardements der Briten in die Werkstatt der Vennebörgers ausweichen. Hier blickte ihm der Junior staunend über die Schulter. So ähnlich soll es auch am Umzugssonntag sein, wenn Vennebörger & Co. vor den Augen der Zuschauer den Hammer sprechen lassen. Silvia Wiethoff

Lesen Sie jetzt