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Muffins mit Fischsoße

Haltern Genüsslich lassen wir duftende Muffins unseren Gaumen passieren. Es schmeckt herrlich - nach Haselnüssen und feinen Gewürzen. "Ja, die sind gelungen", urteilt Dr. Annette Böhm, "und die Fischsoße ist gar nicht mehr auszumachen."

15.11.2007

Muffins mit Fischsoße

<p>Datteln und Ziegenkäse waren in der Antike begehrt. privat</p>

Unser nächster Biss in die kleinen Köstlichkeiten fällt verhalten aus. Haben wir doch gerade erst erfahren, wie Fischsoße ihre Konsistenz annimmt. Schon Apicius, der Tim Mälzer der Antike, hat sie fleißig verwendet. Salz war bei den Römern nämlich rar, und so erfanden sie eine leicht herzustellende Alternative, die es in sich hat. Kulinarisch gesehen waren die Römer wahrlich keine laffen Typen. Ihre Speisen liebten sie würzig-aromatisch.

Die nachgekochten Rezepte des Apicius hat die Archäologin Annette Böhm in einem Ordner gesammelt. Seit gut zwei Jahren gibt sie die Geheimnisse des antiken Prominentenkochs über einen modernen Cateringservice weiter und tischt zu verschiedenen Gelegenheiten auf. Auf stilechten Hochzeiten oder Geburtstagen sowie Messen wird dann auch die passende Kleidung von der Senatorentoga bis zur Tunica für Sie und die Kinder mitgeliefert. Rund 100 Kostüme kann Annette Böhm verleihen, frisch gewaschen und gestärkt warten diese im Keller auf Kunden, die sich oft im eigens eingerichteten Internetshop des Angebots bedienen. "So eine Toga hebt ungemein", verrät Böhm. "Ein unrasierter, lümmeliger Kerl sieht auf einmal ganz anders aus."

Die Rezepte der wohlhabenden römischen Küche kocht die Halternerin nicht immer "haarklein" nach. Auf Fischsoße mag sie zwar aus Gründen der Authentizität nicht verzichten, doch Auflauf mit Euter oder Quallen sowie Flamingo mit Dill und Essig müssen es ja nicht gerade sein. Zumal Apicius empfiehlt, die Vögel mit Federn zu kochen, damit sie weich werden.

Leckereien

Solche Leckereien haben sich natürlich längst nicht alle Römer leisten können, berichtet die Antikenkennerin Böhm. Bauern. Soldaten und die Unterschicht ernährten sich vorwiegend von Getreidebrei, angemachtem Ziegenkäse und Gemüse der Saison. Weil es so gut wie keine Möglichkeit der Kühlung oder Haltbarmachung gab, war die Vitaminzufuhr für das einfache Volk gerade im Winter oft eingeschränkt. Wer hingegen etwas auf sich hielt, verfügte schon über Eiswürfel. Die ganz reichen Römer-Snobs, also die oberen 100!, genossen das Eis in einem Getränk, ohne ihren Gästen etwas abzugeben. Oh, tempora! Oh, mores!

Festmahl

Der Würzwein, den die Römer gern als Aperitif oder auch als Glühwein zu sich nahmen, ist zwar nicht ganz so edel, dafür aber sehr schmackhaft. Annette Böhm bereitet ihn als optimalen Starter für ein römisches Festmahl vor. Der Wein wird dafür mit Gewürzen und Honig erhitzt. "Aber natürlich nur ein Teil, denn sonst würde ja der gesamte Alkohol verkochen", sagt Böhm mit einem Augenleuchten, in dem sich ein kleines bisschen Luxus und Dekadenz des Alten Roms widerspiegeln. Silvia Wiethoff

www.roemerlein-express.de

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