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„Die Vorfälle gehen nicht an einem vorbei“

Sicherheitsgefühl rund um den Bahnhof in Haltern

Innerhalb von nur sechs Wochen ist es zu drei Überfällen rund um den Bahnhof gekommen. Das rückt das Thema Sicherheitsgefühl in den Fokus. Wir haben mit Anliegern, Polizei und Stadt über die Situation gesprochen. Die Meinungen gehen auseinander.

Haltern

, 24.04.2018
„Die Vorfälle gehen nicht an einem vorbei“

Unterführung, Park, Bahnhofstraße und Holtwicker Straße – das Viertel um den Bahnhof steht immer wieder wegen Polizeieinsätzen in den Schlagzeilen. © Foto: Patrick Radtke

Drei Überfälle innerhalb von nur sechs Wochen – das Gebiet rund um den Bahnhof und das Schulzentrum geriet zuletzt immer wieder ins Blickfeld der Polizei. Anfang März berichteten wir über vermeintliche Angsträume. Herbert Reul, Nordrhein-Westfalens Innenminister, sagt: „Angsträume in unseren Städten beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Menschen besonders stark“. Dies geht auch einigen Halternern so.

„Ich habe hier aktuell kein gutes Gefühl“, klagt Anwohner Dr. Horstfried Masthoff. „Teilweise weiß ich nicht, was von den Partys in dem Park zwischen Bahnhofstraße und Bahnhofszufuhrweg ausgeht“, sagt Dr. Masthoff auf Nachfrage. Dabei sei dies kein neues Problem: „Von der Unterführung an der Recklinghäuser Straße ging schon immer ein ungutes Gefühl aus. Und auf dem Schulgelände gibt es viele verschachtelte Ecken, die man nicht einsehen kann. Warum wird es nach Schulschluss nicht verschlossen?“, fragt sich Dr. Masthoff.

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„Die Vorfälle gehen nicht an einem vorbei“

Ein weiterer Anwohner, der anonym bleiben möchte, bestätigt: „Die Vorfälle gehen nicht an einem vorbei. Wenn es dunkler wird, haben wir aufgrund der schlechten Beleuchtung und des Fehlens der Exekutive ein unsicheres Gefühl“.

Anders sieht dies Dr. Hermann Kremer, dessen Potsdam-Stiftung ihren Sitz an der Bahnhofsstraße hat. „Meiner Meinung nach hat sich hier nichts verändert. Ich verhalte mich so wie vorher“, sagt er. Dies sieht auch Oliver Daldrup von der Steuerberatungskanzlei Gerding und Daldrup so. „Bisher haben wir davon nichts mitbekommen. Auch unsere Mandanten und Mitarbeiter haben sich nicht beschwert“, so Daldrup.

Von einem Angstraum möchten in Haltern weder Polizei noch Stadt reden. Präventive Maßnahmen wurden dennoch bereits ergriffen. Die Polizei fährt vermehrt Streife in dem betroffenen Gebiet. „Die Kollegen werden in der letzten Zeit aufgefallene Bereiche auch in den Blick nehmen. Das ist eine ganz normale Arbeitsweise bei uns“, sagt Ramona Hörst, Pressesprecherin der Polizei Recklinghausen.

Dass das Gebiet rund um den Bahnhof besonders günstig sei, weil es viele Wege zur Flucht gäbe, kann Ramona Hörst nicht bestätigen. „Da sind die laufenden Ermittlungen abzuwarten. Ins Blaue hinein will ich keine Vermutungen anstellen. Erst einmal versuchen wir, die Täter zu finden. Deren Aussagen sind interessant, um zu gucken, warum sich die Überfälle in dem Gebiet ereignet haben“, sagt Hörst.

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Das ist das Viertel um den Bahnhof

24.04.2018
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Die Unterführung an der Recklinghäuser Straße.© Foto: Patrick Radtke
Der kleine Park zwischen der Bahnhofstraße und der Recklinghäuser Straße in Haltern.© Foto: Patrick Radtke
Die Bahnhofstraße.© Foto: Patrick Radtke
Die Buseinbuchtungen am Schulzentrum in Haltern.© Foto: Patrick Radtke

Keine Beschwerden bei der Stadt eingegangen

Der Stadt ist das Problem ebenfalls bewusst, auch wenn Pressesprecher Georg Bockey betont, dass zuletzt nichts mehr passiert sei und „keinerlei Beschwerden“ eingegangen sind. Als Maßnahme nahm die Stadt den Umbau der Unterführung an der Recklinghäuser Straße mit in das Isek-Projekt (integriertes Stadtentwicklungsprojekt) auf. Denn diese „entspricht natürlich nicht mehr den heutigen Standards“, so Bockey.

Die Überfälle ereigneten sich am 19. und am 23. Februar sowie am 31. März. Bei dem Vorfall am 23. Februar im Bereich der Bushaltestellen an der Holtwicker Straße wurde das Opfer zunächst nach Cannabis gefragt, ehe es überfallen wurde.

Dass in dem Gebiet gedealt wird, sei nichts Neues. „Natürlich wissen wir das. Daraus haben die Stadt und die Schulen nie einen Hehl gemacht“, gibt Bockey zu. Das Thema hätten Schulen und Jugendamt aber „auf dem Schirm“. „Es gibt präventive Maßnahmen wie Elternabende und Street-Work-Arbeit. Ja, in Haltern haben wir auch alles, was man sich denken kann, aber nicht so häufig“, so Bockey.

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