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Wenn das Alter zur Last wird...

Haltern Inhaltlich knüpfte das Stück "Du bist meine Mutter", mit dem die Schauspielerin Gisela Nohl in einer Doppelrolle am Freitag im Halterner Josefshaus gastierte, nahtlos an das Thema "Lebenswertes (H)Altern" an.

18.11.2007

Wenn das Alter zur Last wird...

<p>Gisela Nohl. Wiethoff</p>

Dabei war die Aufführung ursprünglich zum zehnjährigen Bestehen des Beratungscenters für Senioren, Pflegebedürftige und deren Angehörige (BIP) in die Stadt geholt worden.

Gisela Nohls Spiel ließ den Zuschauer dabei fast schmerzhaft erfahren, dass die Wirklichkeit des Alterns oft anders aussieht als die schöngefärbten Seiten des Lebensherbstes, wie er uns in der Werbung vorgegaukelt wird. Wenn die Kraft nachlässt und der Geist seine eigenen Wege geht, dann ist ein Altern in Würde für die Betroffenen ebenso schwer wie für die nahe stehenden Angehörigen.

Eine Verständigung auf der gleichen Ebene zum Beispiel ist zwischen Mutter und Tochter, die Gisela Nohl in Haltern auf die Bühne brachte, nicht möglich. Die alte Dame, die ihre letzten Tage in einem Seniorenzentrum in Pinneberg verbringt, lebt fast nur noch in der Vergangenheit und hat das Zeitgefühl verloren (Sie glaubt, sie ist 40. In Wahrheit aber hat sie schon das 81. Lebensjahr erreicht.). Die Tochter kann ihr in diese Welt nicht folgen.

Nur manchmal durchbrechen helle Geistesmomente den dunklen Schleier des Vergessens, und dann brechen Konflikte hervor. Doch über die gescheiterte Beziehung der Eltern und auch ihre eigene Beziehungslosigkeit will die Tochter nicht mit der Mutter sprechen. Statt zu reden, bietet sie den mitgebrachten Schokoladenpudding an, den die alte Frau gierig verspeist. So wird die Mutter wie ein ganz kleines Kind abgelenkt und ausgebremst.

Premiere feierte "Du bist meine Mutter" bereits im September 1993. Seitdem hat das Bühnenstück zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Für die Zuschauer, die sich zu diesem Theaterabend trauten, war es wahrlich keine leichte Kost. Zum einen, weil Pinneberg überall sein könnte, auch in Haltern. Zum anderen, weil auch wir dem Thema Altern nicht aus dem Weg gehen können. Es wird uns in der einen oder anderen Form begegnen und nicht nur schöne Seiten bereithalten. Silvia Wiethoff

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