Haltestelle ohne Bank und Papierkorb: Dortmunderin hilft sich selbst

Iltisweg

Keine Überdachung, keine Bank, kein Papierkorb. An der Bushaltestelle Iltisweg in Berghofen fehlt eigentlich alles, was Service für Fahrgäste bedeuten würde. Anwohnerin Anne Potthoff-Uniewski ärgerte sich vor allem über den Müll der Wartenden in ihrem Garten. Sie fasste einen ungewöhnlichen Plan.

Berghofen

, 19.08.2017, 04:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Haltestelle ohne Bank und Papierkorb: Dortmunderin hilft sich selbst

Anne Potthoff-Uniewski vor dem improvisierten Wartebereich der Bushaltestelle vor ihrer Haustür.

Die Bushaltestelle Iltisweg ist mit dem gesamten Berghofer Ortskern in diesem Frühjahr umgebaut worden. Es gibt seitdem ein Haltestellenschild und sonst nichts.

Anne Potthoff-Uniewski hat ihr Haus hinter dem kleinen Gitterzaun an der Haltestelle „Iltisweg“. Beste Sicht auf das Busgeschehen also. Die Idee, Stühle herauszustellen kam ihr erstmals, als sie ein älteres Ehepaar an der Haltestelle beobachtete. „Der Mann konnte nicht gut stehen. Er hat das Schild umarmt, bis der Bus kam.“ Seitdem stehen zwei blaue Plastikstühle am Zaun.

Müll im Vorgarten

Weil außerdem über Wochen immer wieder der Müll der Wartenden in ihrem Vorgarten landete, hat Anne Potthoff-Uniewski noch einen Plastikeimer daneben gehängt. Zeitweise kam in dieser Woche außerdem ein Sonnenschirm hinzu. Fertig war der „Haltestellenunterstand“, wie es auf einem handgeschriebenen Schild steht. Die Hilfe kostet die Berghoferin nicht viel, bringt ihr aber viele dankbare Worte von Fahrgästen und positive Reaktionen der Busfahrer. Was sie jedoch ärgert: „Ich soll den Winterdienst für die deutlich vergrößerte Fläche dieser Haltestelle bezahlen, über die wir damals nicht einmal informiert wurden und durch die Parkplätze verloren gegangen sind. Und dann gibt es nicht einmal einen Abfalleimer.“

Nahverkehrsbetreiber DSW21 sagt auf Anfrage dieser Redaktion, dass für die Haltestelle ein kompletter Unterstand (inklusive Abfalleimer) geplant sei. „Das hat eine hohe Priorität“, sagt DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann. Eine Bauvoranfrage liege bereits seit 2016 vor, nun sei der weitere Verlauf von der Genehmigung abhängig. Aktuell werde der Verlauf von Leitungen unter dem Asphalt überprüft. Liegt die Genehmigung vor, könnte ein Bushäuschen „kurzfristig“ entstehen, sagt Winkelmann. Einen genauen Zeitraum benennt er nicht.

Warten auf die "große Lösung"

Also bleiben bis auf Weiteres die Plastikmöbel von Anne Potthoff-Uniewski die einzige Sitzmöglichkeit an der Berghofer Straße. Die einfache Frage, ob nicht für die Zwischenzeit zumindest ein Übergangs-Papierkorb aufgestellt werden könnte, beantwortet DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann mit „Nein“. Dafür müssten Pfosten aufgestellt werden. Der Aufwand wäre zu groß, da die „große Lösung“, der Unterstand, ohnehin geplant sei.

An der Bushaltestelle Iltisweg fährt die Linie 430 zwischen Hörde und Schwerte tagsüber im halbstündigen Rhythmus. Der Kern des Stadtteils Berghofen ist zwischen September 2014 und März 2017 für 2,84 Millionen Euro umgestaltet worden. In diesem Zuge entstand auch die Bushaltestelle.

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