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Hand in Hand gegen Rechtsextremismus

Antifaschistischer Frühjahrsputz

DORSTFELD 150 Menschen mit Glasreinigern und Spachteln auf dem Weg nach Dorstfeld - ein ungewöhnliches Bild einer ungewöhnlchen Aktion. Das Bündnis Dortmund gegen Rechts hatte zum antifaschistischen Frühjahrsputz aufgerufen.

von Von Peter Bandermann

, 20.03.2010
Hand in Hand gegen Rechtsextremismus

Mit Glasreiniger und Spachtel bewaffnet, werden die Aufkleber entfernt.

Stefan Nölleke war zufrieden. 150 junge Demonstranten hatten am Freitag für das Bündnis Dortmund gegen Rechts zwischen der Rheinischen Straße und dem Dorstfelder Zentrum mit Sprühreinigern und Spachteln die allgegenwärtigen Spuren „autonomer Nationalisten“ beseitigt und eigene Spuren hinterlassen: Mit „Heilt Hitler“-Stickern überklebten sie neofaschistische Propaganda. Die Demo verlief friedlich. Zwar kam es nach dem Umzug auf der Rheinischen Straße ab 16.30 Uhr im Dorstfelder Zentrum immer wieder zu Provokationen und Verbal-Attacken zwischen etwa 20 in Dorstfeld wohnenden Rechtsextremisten und den 150 Demonstranten.

Doch die Polizei war stets schneller und konnte mit Einsatzkräften aus zwei Hundertschaften direkte Kontakte in Sekundenschnelle unterbinden. „Solche Provokationen gehören dazu. Gewaltfreiheit ist bei uns im Bündnis aber Konsens“, kommentierte Demo-Veranstalter Nölleke die ständige Suche nach Nähe zwischen beiden Lagern. „Das ist das Übliche“, sagte Polizeisprecher Wieland.

Warum Lea (16) und Yinka (17) von der Bezirksschülervertretung mitputzten, begründeten die politisch engagierten Mädchen so: „Dorstfeld ist ein bunter Stadtteil. Wir wollen den braunen Dreck nicht. Die Menschen hier sollen wissen, dass wir uns mit ihnen solidarisieren.“ Die Dorstfelder Neonazis wohnen mitten unter diesen Menschen. Im Zentrum und den kleinen Seitenstraßen. Sie hielten Fahnen aus den Fenstern, fotografierten und provozierten die Demonstranten. Ein ausländischer Bürger ging wütend auf Polizisten zu. Endlich passieren müsse etwas, er habe Angst um seine Kinder und könne für nichts garantieren, wenn nicht mehr Schutz spürbar werde. Dazu Lea: „So etwas ist doch beängstigend.“

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