Handwerker und Gaukler locken viele Besucher

Mittelaltermarkt an der Hohensyburg

Für manche ist das Mittelalter längst Alltag: Sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und tingeln von Markt zu Markt in alten Gewändern und treffen Gleichgesinnte. Viele Besucher des Mittelaltermarktes an der Hohensyburg wollten das aber nicht. Ihr Ziel: ein spannender Ausflug.

SYBURG

von Von Tim Steiner

, 09.04.2012, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hoch hinaus wollte dieser Seiltänzer.

Hoch hinaus wollte dieser Seiltänzer.

Heftig und bestimmt schlägt Wikinger Norwalson auf seine gelb glühende Eisenstange ein, dass die Funken fliegen. Er ist einer der etwa 250 Aussteller, die am Wochenende rund um die Hohensyburg einen großen Mittelaltermarkt bildeten.  

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Mittelalterliches Treiben an der Hohenysburg

Gaukler, Musiker, Handwerker: In längst vergangene Zeiten haben sich die Besucher des Mittelaltermarkts an der Hohensyburg entführen lassen.
09.04.2012
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Gaukler belustigten das Publikum.© Foto: Tim Steiner
Die Shows zogen viele neugierige und gespannte Blicke auf sich.© Foto: Tim Steiner
Viele Besucher strömten zur Hohensyburg© Foto: Tim Steiner
Die Teilnehmer waren oft mittelalterlich gewandet.© Foto: Tim Steiner
Auch Schmiedekunst gab es zu sehen.© Foto: Tim Steiner
Altes Handwerk konnte das Publikum auch wiederentdecken.© Foto: Tim Steiner
Die Falkner beeindruckten das Publikum mit ihrer Vogelschau.© Foto: Tim Steiner
Auf Tuchfühlung mit Adler Arras.© Foto: Tim Steiner
Adler Arras und diese Besucherin freunden sich vorsichtig an.© Foto: Tim Steiner
Wikinger Norwalson ist bei seiner Schmiedearbeit nicht zimperlich.© Foto: Tim Steiner
Hoch hinaus wollte dieser Seiltänzer.© Foto: Tim Steiner
Filigrane Handwerksarbeit zeigte der Schnitzer.© Foto: Tim Steiner

Um diesem Spektakel beizuwohnen, fanden laut Veranstalter rund 4000 Begeisterte zum Markt – gefühlt sind es jedoch einige mehr mit Blick auf die endlos lang wirkende Schlange vor dem Eingang und parkenden Autos in zwei Kilometer Entfernung. Denn es wird einiges geboten: Zahlreiche Shows auf der großen Festwiese, Livebands (stimmungsvoll: Dudelzwerge) und viele kleine Hütten, die alte Handwerkskunst präsentierten, gehören zum Angebot sowie die vielen Imbiss-Stände. Viele der Darsteller haben ihr Hobby zum Beruf gemacht, so auch Jens Krause.

 Eigentlich ist er gelernter Maler, doch vor 20 Jahren entschied er sich für ein unkonventionelles Leben: "In der Hauptsaison, also zwischen Ostern und Weihnachten, bin ich so gut wie immer unterwegs", so Krause. Familie und Beziehung seien eigentlich nur möglich, wenn die Familie mitziehe, so der Schmuckhersteller aus Halle/Westfalen. Für sein Leben entschieden sich die meisten Mittelalterfans, die ihre Leidenschaft zum Alltag gemacht haben – und dadurch entsteht unter ihnen eine so brüderliche, vertraute Atmosphäre. Vertrauen ist auch für Falkner Rudolf Pauels sehr wichtig, gerade bei seinem größten und mächtigsten Tier, dem Steinadler Arras. Seine Greifkraft ist etwa 25 Mal so stark, wie die Arnold Schwarzeneggers in seinen besten Zeiten. Und bei zweieinhalb Metern Flügelspannweite imponiert er heftig durch seinen Anblick. "Doch er ist ein sehr, sehr liebenswertes, ruhiges Tier", versichert Pauels.

Deshalb hatten die Besucher auch die Möglichkeit, den Koloss einmal selbst auf dem Arm sitzen zu haben. Ein aufregendes, vielseitiges Treiben herrschte auf dem Markt, in jeder Ecke gab es Neues zu entdecken, Vieles zu beobachten. Jeder hatte seine Aufgabe, seine Leidenschaft und Nowalsons Eisenstange für sein Zelt wurde auch noch fertig – nach langer, schweißtreibender Arbeit, ganz wie damals.

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