"Happy Feet 2": Stepptanz im ewigen Eis

Im Kino

Pinguine der Antarktis haben eine gute Zeit. Die Kolonie singt und tanzt, der Nachwuchs lernt im HipHop-Workshop. "Wir sind Musik! Mach Dein Ding!" Knuffig, putzig, drollig. 2007 gab es den Animations-Oscar für die Stepp-Pinguine, jetzt legt Regisseur George Miller nach.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 29.11.2011, 18:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sind sie nicht drollig? Bo, Erik und Atticus sind die Nesthäkchen unter den Kaiser-Pinguinen in "Happy Feet 2"

Sind sie nicht drollig? Bo, Erik und Atticus sind die Nesthäkchen unter den Kaiser-Pinguinen in "Happy Feet 2"

"Happy Feet 2" betreibt wie gehabt die Disneysierung der Polarwelt, vermenschlicht und verniedlicht die Fauna, lässt sie Lieder schmettern und steinerweichend sentimentale Botschaften krähen, bis selbst See-Elefanten die Tränen kommen.Hitparade der Pinguine

Puh - manchmal wünscht man, man würde die naiv-zuckrigen Texte nicht verstehen. Eingedeutscht wurde etwa "Mama Said Knock You Out" (LL Cool J), "Dragostea Din Tei" und dem Bass-Intro von "Under Pressure" alias "Ice Ice Baby" konnten die Macher auch nicht widerstehen. Die Hitparade der Pinguine. Na gut, geschenkt, dafür werfen Tänzer "im Frack" vor Gletscherkulisse imposante 3D-Bilder ab. So wie die Quallen im Meer und der Schwarm der Krill-Krebse. Zwei von denen halten sich abseits. Die Individualisten Bill und Will wollen an die Spitze der Nahrungskette. Immerhin schaffen sie es an Land, wo sie von einem Tier zum nächsten kaspern. Da sind Adelie-Pinguine, die einen Papageientaucher als Messias verehren. Er hat sich als einer der ihren ausgegeben und hält eine Bergpredigt. Oh Wunder, ein Pinguin, der fliegt! Rick Kavanian leiht dem Adelie Ramon die Stimme. Ein Latino-Heißblut, Akzent und Charakter sind beim Kater aus "Shrek" abgekupfert. Lustig ist es aber doch.

Solidarität der Tiere

Als ein Eisrutsch die Kaiserpinguine in einem Kessel einschließt, müssen drei Nesthäkchen Hilfe holen. Auf die Solidarität der Tiere ist Verlass. Wenn alle tanzen, bricht das Eis! Als Märchen zwischen Rührung, Spaß, Spannung perfekt ausbalanciert. Verschenkt wurde die Chance auf eine kindgerechte Öko-Parabel. Dass die Arktis bedroht ist, kommt nur indirekt zur Sprache.

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