Harald Schmidt liebt Mozart

Bochumer Symphoniker

Harald Schmidt erobert die Oper. Gemeinsam mit Generalmusikdirektor Steven Sloane und den Bochumer Symphonikern probt er für die Aufführungen der Mozart-Oper "Die Hochzeit des Figaros" am 24. und 25. Februar. Er sei auf der Bühne ein "Übertitel auf zwei Beinen", ein sprechendes Bühnenbild, umschreibt er seine Aufgaben. Und verliert auch ein paar Worte über Christian Wulff.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 17.02.2012, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drei Männer, eine Oper: v.l. Harald Schmidt, GMD Steven Sloane und Regisseur Nils Cooper.

Drei Männer, eine Oper: v.l. Harald Schmidt, GMD Steven Sloane und Regisseur Nils Cooper.

"Ich bin gerne hier", sagt Harald Schmidt. Er mag den Dialekt, betrachtet am Bochumer Hauptbahnhof interessiert, welch verschiedenes Publikum ihm hier begegnet. Eines muss er los werden: "Die Herrschaften mit Migrationshintergrund sind besser gekleidet als die Ur-Bochumer." Da sind wir, auch wenn wir gerade im Audimax der Ruhr-Uni stehen, mittendrin in der Harald-Schmidt-Show.Spaß und Herzblut Der Entertainer zeigt sich in einer Probenpause schlagfertig und enthusiastisch, wenn es um Mozarts Oper "Le Nozze di Figaro" geht. Wer ihm zuhört, wie er von Mozart, von der "Hochzeit des Figaro" spricht, will sich unweigerlich eine Karte für die Aufführung mit den Bochumer Symphonikern kaufen. "Mit viel Spaß, Herzblut und Improvisationstalent" werde er sich auf die Bühne stellen, verspricht der 54-Jährige.

Der Entertainer wird die Geschichte zusammenfassen und erläutern, sich mit dem Publikum unterhalten und dabei auf seine Improvisationsgabe bauen. "Ich bin ein zweibeiniger Übertitel", umreißt er seine Rolle. Schließlich singen die Solisten die italienische Originalfassung. So wie Schmidt seinem Fernsehpublikum mit Playmobil schon mal Hamlet erläutert hat, so will er das komplizierte Hin und Her in Mozarts Oper dem Publikum nahe bringen.Vorkenntnisse sind nicht notwendig Auch deshalb brauche das Publikum keine großen Opern-Vorkenntnisse, wie Steven Sloane bekräftigt. "Man kann sich total in die Musik reinfallen lassen", ergänzt Schmidt, der bei etlichen Arien sogar die Gefahr sieht, dass sie Wunschkonzertqualität haben. In der gestrafften Fassung, die auch den Räumlichkeiten des Audimax geschuldet ist, entdecken Sloane und Schmidt sehr viel mehr Figaro als in mancher Operninszenierung. Und, so erzählt Schmidt, er habe sich mindestens 250 davon auf Youtube angesehen. "Entscheidend ist die Musik."

Musik für die einsame Insel Für Sloane ist die Mozart-Oper eines der Dinge, die er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Schmidt dagegen würde keinen einzigen Gegenstand wählen. Dafür aber gerne einen Tag lang mit Alfred Brendel tauschen, "um zu spüren, wie es ist, so Klavierspielen zu können".

Schnell gibt er noch ein paar Auskünfte über Vorlieben und wichtigste Momente seines Lebens. Nichts davon ist so richtig ernst zu nehmen, suggeriert er mit süffisantem Ton. Nur dass ihm Wulffs Rücktritt so gar nicht passt, glaubt man ihm aufs Wort. "Wir brauchen Dreck, Lügen, Sexskandale", sagt Schmidt. Bis jetzt reichte ihm der Satz "Ich bezahle mein Eis selbst" für einen Lacher. Damit ist es jetzt vorbei. Schmidt: "Ich fürchte, dass jetzt jemand seriöses kommt."  

Für die erste Aufführung von „Le Nozze di Figaro“ am Freitag, 24. Februar, gibt es nicht mehr sehr viele Karten. Besser sieht es am Samstag, 25. Februar, aus. Beide Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr im Audimax der Ruhr-Universität. Karten sind für eine Opernaufführung preiswert. Sie kosten zwischen 14,30 /erm. 7,20 Euro und 28,60/erm. 14,30 Euro. Reservierung: Tel. (0234) 55 55 33 33.  www.bochumer-symphoniker.de