Hass-Pullover: Angeklagter hetzte gegen Juden

Bewährungsstrafe

Nach einer Demonstration von Neonazis am Hauptbahnhof ist ein 29-jähriger Mann aus Essen am Dienstag wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Das Bochumer Amtsgericht verurteilte den Hartz-IV-Empfänger zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten. Und das war noch gut gemeint.

BOCHUM

von Von Tom Eder und Jörn Hartwich

, 26.10.2011, 05:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein klarer Fall von Volksverhetzung, urteilte das Gericht. Zwar dürften Passanten mit dem rassistischen Kürzel kaum etwas anzufangen wissen, „innerhalb der Szene sei der Pullover jedoch bekannt“, so der Richter. Der Angeklagte hatte eingeräumt, das Kleidungsstück über einen speziellen Versandhandel bestellt zu haben. Auch legte er ein Geständnis ab, schränkte aber ein, er habe den Pullover nur übergezogen, weil es an dem Tag stark geregnet habe. Kommentar des Richters: „Pullover gibt es ja wohl mehrere.“

Mit dem Urteil blieb das Gericht weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Dass er nicht so hart angefasst worden ist, hatte der bereits wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr Verurteilte neben seinem Geständnis wohl seinem angeblichen Willen zum Ausstieg aus der rechten Szene zu verdanken. Für ihn stelle sich die Frage: Weltrevolution oder Familie. Die Antwort: „Ich denke, dass mir die Familie wichtiger ist.“