Hauseigentümer werden für Straßenlaternen zur Kassen gebeten

Beleuchtung an Privatwegen

Im Sparnot geraten, steht bei der Stadt alles auf dem Prüfstand. Derzeit knöpft sich die Verwaltung die Straßenbeleuchtung vor und stellt fest: Für 44 Privatstraßen in Bochum zahlt die Stadt - statt der Eigentümer.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 08.12.2010, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Strom für Laternen an Privatstraßen ist selbst zu zahlen - sonst kommt die Lampe weg.

Der Strom für Laternen an Privatstraßen ist selbst zu zahlen - sonst kommt die Lampe weg.

"Vor dem Grundsatz der Gleichbehandlung ist das nicht zu rechtfertigen", sagt Susanne Düwel vom Tiefbauamt. Denn Privatstraßen sind, wie der Name vermuten lässt, in privater Regie zu führen und zu finanzieren.   Heutzutage werden Privatstraßen nicht mehr an das städtische Straßenbeleuchtungsnetz angeschlossen. Doch es gibt Altbestände aus dem vergangenen Jahrtausend. Hier zahlt die Stadt die Kosten für Strom und Wartung. Jährlich circa 10.000 Euro.Zahlen oder Lampe ist weg "Wir haben geprüft, ob ein öffentliches Interesse an der vorhandenen Beleuchtung besteht", erklärt Susanne Düwel. Bei den meisten der 167 Straßelampen ist dies nicht der Fall. Und dort werden nun die Eigentümer zur Kasse gebeten. Entweder sie übernehmen alle anfallenden Kosten - oder die Laterne wird demontiert. Letztere Variante ist nicht billig und steht auf den ersten Blick in keinem Verhältnis. Nach Berechnungen des Tiefbauamtes kostet die Demontage einer Laterne circa 750 Euro. Diesem Preis stehen jährliche Strom- und Wartungskosten von circa 50 Euro gegenüber. "Wir müssen perspektivisch denken", sagt Susanne Düwel. Die Strompreise würden weiter steigen. Die Demontage ist "ein konsequentes Handeln".Öffentliches Interessean 48 Laternen An 48 Laternen hat die Stadt ein öffentliches Interesse erkannt. Sie beleuchten zumeist Verbindungswege - sei es zu einem Spielplatz oder zu einer anderen Straße. Den Hauseigentümern wird die Stadt anbieten, die Kosten weiter zu tragen. Im Gegenzug müssen sie sich verpflichten, den Weg dauerhaft der Bevölkerung zu öffnen. Noch müssen die Bezirksvertretungen diesem Verfahren zustimmen. Sofern sie dies tun, wir die Stadtverwaltung mit den circa 500 betroffenen Eigentümern an Privatstraßen in Verhandlungen treten. Ein langwieriges Prozedere. "Wir hatten mit deutlich mehr Laternen auf Privatwegen gerechnet", gibt Susanne Düwel zu. Sofern alle Eigentümer dem vorgeschlagenen Verfahren zustimmen, spart die Stadt jährlich knapp 7000 Euro für Lampen ohne öffentliches Interesse. Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.