Hausgemachte Probleme

Kommentar zum Schwerlastverkehr

Immer mehr schwere und laute Lastwagen belasten Straßen und deren Anwohner. Aber woher kommen diese Lkw, wohin fahren sie, und was ist drin? Ein Kommentar.

Unna

, 07.08.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Hammer Straße ist nur ein Beispiel. Der Schwerlastverkehr ist immer stärker und lauter geworden, und Lastwagenfahrer nutzen eben die Wege, die für sie günstig erscheinen. Die Probleme werden aber wohl nicht aufhören, sondern eher zunehmen, es sei denn, Wirtschaft und Gesellschaft ändern sich grundlegend.

Durchfahrtverbote, Hinweisschilder, Appelle an die großen und kleinen Fuhrunternehmen – all das bringt gar nichts. Selbst wenn der Verkehrsstrom tatsächlich von irgendeiner Stelle weg gelenkt werden kann – irgendwo fahren die Fahrzeuge eben her. Und das ist letztlich genauso gewollt.

Es ist so gewollt, weil Unna Logistikstandort ist. Große Lagerhallen besetzen Flächen in den Gewerbegebieten. Und bald wird es zwischen Unna und Kamen so weitergehen. An jeder Ansiedlung im neuen, interkommunalen Gewerbegebiet hängen Arbeitsplätze und natürlich auch Verkehr.

Es ist so gewollt, weil der moderne Lebenswandel unzählige Lieferungen nötig macht. Lebensmittel sollen immer frisch verfügbar sein. Und selbst wenn die Händler zunehmend mit Regionalität werben – es sind keine Bauern mit Handkarren, die das Gemüse zum Laden bringen, sondern Lastwagen. Und alle, die hin und wieder oder regelmäßig bei Online-Händlern einkaufen, müssen bedenken, welchen Preis sie für die Ware bezahlen, die ja so günstig erscheint. Mit jedem Klick schicken sie wieder einen Lastwagen auf die Strecke. Und der rumpelt dann auch über Straßen, an denen Menschen wohnen. Das bestellen wir alle mit.