Heinz Mack lässt Ausstellungsbesucher durchs Licht wandern

Museum Küppersmühle

Heinz Macks Kunst ist weltbekannt. Sein Spiel mit dem Licht ist konsequent. Er fängt es ein, filtert seine Energien und setzt sie in Farben und Formen wieder frei. Doch viele Werke hat er bisher nicht museal gezeigt. In der Ausstellung „Mack – Apollo in meinem Atelier“ im Museum Küppersmühle in Duisburg ist nun genug Platz dafür.

DUISBURG

, 22.10.2015 / Lesedauer: 2 min
Heinz Mack lässt Ausstellungsbesucher durchs Licht wandern

In der Ausstellung „Mack – Apollo in meinem Atelier“ präsentiert Heinz Mack bisher ungezeigte Werke, die er zwischen 1960 und 2015 gefertigt hat.

Eine gewaltige Leinwand, etwa 3,5 mal 2 Meter groß, vereinnahmt den Besucher direkt hinter dem Eingang. Er sieht Gelb, Rot, Blau, Grün – und zahlreiche Facetten dieser Farben. Das Motiv ist schlicht und doch kraftvoll: eine Kreislinie, durchbrochen von farbigen Balken. 17 großformatige, farbintensive Gemälde präsentiert der 84-Jährige unter dem Oberbegriff „Chromatische Konstellation“.

Aber dieser erste Blick in die Ausstellung täuscht. Der Fokus der Schau, die Arbeiten seit 1960 präsentiert, liegt auf seinen Skulpturen. Das gefällt dem Künstler. Denn er ist Maler und Bildhauer, letzteres betont er besonders. Nur leider würden Skulpturen selten von Museen und Galerien ausgestellt. „Hier hat die Skulptur endlich eine Chance“, freut sich Mack.

Materialvielfalt

Gefertigt hat er seine vielfältigen Objekte aus Stein, Metall und Kunststoff, sie durch Elemente etwa aus Holz und Spiegeln ergänzt. So entstanden die Skulpturengruppe „Die große Familie“, Stelen, geometrisch-rhythmische Skulpturen sowie kinetische Objekte. Jedes Werk kombiniert geografische Grundformen so, dass sie im Spiel mit dem Licht ästhetisch und kraftvoll wirken. Die Kuratorin der Ausstellung, Eva Müller-Remmerling, nennt von Macks Skulpturen „schiere Schönheiten“.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Heinz Mack gibt Licht Form und Farbe

Im Museum Küppersmühle in Duisburg stellt Heinz Mack Gemälde und Skulpturen aus, die bisher noch nicht in Ausstellungen zu sehen waren. Mit dieser Schau zeigt er wieder einmal, wie präzise und konsequent er Licht zum Thema seines Schaffens macht und wie vielfältig er dieses Thema umsetzt.
21.10.2015
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Bernd Stelter und Liz Baffoe auf dem roten Teppich© Foto: Stage Entertainment
Ganz nah ist Dirigent Teodor Currentzis bei den Sängern: Am Donnerstag probte er mit Simone Kermes und Paula Murrihy, die heute in „Cosi fan tutte“ Fiordiligi und Dorabella singen.© Foto: Kierig
Im Film „Herbert“ lässt Hauptdarsteller Peter Kurth die Muskeln spielen – bis es nicht mehr geht. © Foto: Kinofest Lünen
Gautier Capucon spielte das erste Cellokonzert von Saint-Saens.© Foto: Erato
Urs Blank (Moritz Bleibtreu) lässt sich vollkommen auf seine neue Geliebte Lucille (Nora von Waldstätten) ein. Ein gefährlicher Lebenswandel beginnt.© Foto. Alamode
Carolin Kebekus hat die Verleihung der Kinoprogrammpreise moderiert.© Foto: DPA
Präsident Mubarak ist weg: In der Hotel-Disco feiern auch die Touristen.© Foto: Beushausen
"Der letzte Wolf" übt vage Kritik an China.© Foto: Wild Bunch
Dirigent Andris Nelsons© Foto: Petra Coddington
Pianist Rudolf Buchbinder© Foto: Petra Coddington
Die Chorleiter bekamen nach dem Show Blumen.© Jens Hauer
Yefim Bronfmann© Foto: Dario Acosta
Brent Barrett, der eigentlich das Phantom im Musical spielen sollte, hat sich den Fuß gebrochen.© Foto: Vanessa Dumke
David Arnsperger spielt die Titelrolle bei der Premiere von "Das Phantom der Oper"am 12. November im Stage Metronom Theater in Oberhausen.© Stage Entertainment
Nur Peter (Martin Zaik) sieht den Engel (Heiko Büscher).© Foto: Engel-Albustin
Zum ersten Mal hat Thomas Virnich eine so riesige Skulptur aus Bronze geschaffen. „Helter Skelter“ wird auf Dauer im Skulpturenpark bleiben.© Foto: Richter
Rose Leslie (l-r) als Chloe, Vin Diesel als Kaulder und Elijah Wood als Dolan in einer Szene des Kinofilms "The Last Witch Hunter".© Foto: DPA
Wolfgang Hohlbein© Foto: Kai-Uwe Brinkmann
Im Eingangsbereich des Museums hängt dieses 254 mal 316 Zentrimeter große Gemälde ohne Titel aus dem Jahr 1991.© Vanessa Dumke
Im Vordergrund stehen die Skulpturen. Hier: ohne Titel (2004) vor großformatigen Gemälden© Vanessa Dumke
Im Vordergrund stehen die Skulpturen. Hier: eine weitere Skulptur ohne Titel (2004) vor großformatigen Gemälden© Vanessa Dumke
Auch Fotografien von Skulpturen in aller Welt sind in Duisburg zu sehen. Hier: Lichtskulpturen in der Wahiba-Wüste, Oman (1968-1997)© Vanessa Dumke
Vor den Bildern von Lichtskulpturen liegt die Marmorspirale, eine Konzeption für einen Brunnen von 1988.© Vanessa Dumke
Heinz Mack färbt Licht nicht nur bunt ein. Auch auf schwarz-weiß-Gemälden (hier: ohne Titel, 2011) kommt die Energie und Dynamik von Licht zum Vorschein. Im Vordergrund steht eine Skulptur ohne Titel von 1966.© Vanessa Dumke
Hier: die Skulptur Das Schweigen (1994) und ein Gemälde ohne Titel (2011) im Hintergrund© Vanessa Dumke
Ein Raum im Museum Küppersmühle ist voll mit Marmorskuplturen.© Vanessa Dumke
Der Radiale Rotor ist ein Objekt aus diesem Jahr (2015): Ein Spiel mit Licht und Schatten, Rotation und Reflexen.© Vanessa Dumke
Das Gemälde Doppel-Rotor (2000) zeigt die Facetten der Farben Schwarz und Weiß und füllt mit einer Größe von 231 mal 184 Zentimetern eine Wand gut aus.© Vanessa Dumke
Das Objekt mirror radar (1960) reflektiert das Licht von der Decke auf den Boden.© Vanessa Dumke
Der Farbraum ist eine Besonderheit der Ausstellung. Der Besucher steht hier inmitten eines Kunstwerks.© Vanessa Dumke
Ein weiteres Bild aus diesem Jahr (2015) ist dieses: Black Mountain. Davor steht die Skulptur Das Schweigen.© Vanessa Dumke
Die große Familie ist eine Gruppe aus sechs Kunststofffiguren, die Heinz Mack 1997 erstellt hat.© Vanessa Dumke
Hier v.l.: Großes Sprektrum (2012), American Dance II (2005) und Ohne Titel (2007).© Vanessa Dumke
Dieses Gemälde ohne Titel hat Heinz Mack dieses Jahr (2015) gemalt.© Vanessa Dumke
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Das könnten auch des Künstlers eigene Worte sein. Denn Mack möchte mit seiner Kunst dem Elend auf dieser Welt etwas entgegensetzen. Ignorant möchte er nicht wirken, präsentiert sich reflektiert, nachdenklich, überzeugt. Wenn der 84-Jährige mit der orangefarbenen Krawatte sein Werk erklärt, holt er aus, blickt in die Vergangenheit und springt zurück in die Gegenwart. Und er stellt fest: „Die Schönheit ist abhanden gekommen. Ich konterkariere den Ansatz der Medien, die Schönheit in den Schatten zu stellen.“ In Duisburg ist ihm das erneut gelungen. „Wir könnten das Licht ausschalten und würden nicht im Dunkeln stehen“, so Museumsdirektor Walter Smerling.

Flut von Emotionen

Spätestens im Farbraum könne der Besucher sich vor positiven Emotionen nicht mehr wehren. Er geht dort wahrhaftig durch die Farben hindurch. Und damit – nach Mack – durch das Licht.

Museum Küppersmühle Duisburg: „Mack“, bis 31.1.2016, Philosophenweg 55, Mi 14-18 Uhr, Do-So 11-18 Uhr, Katalog 29 Euro.