Heinz Strunk beweist seine Fähigkeiten als Entertainer

Bahnhof Langendreer

Eine Mischung aus Lebensweisheiten und Pseudospiritualität, präsentiert im Rahmen einer Multimedia-Entertainment-Show: Das ist eine treffende Beschreibung für das, was Heinz Strunk mit seiner Show „Das Strunk-Prinzip“ am Mittwoch im Bahnhof Langendreer ablieferte - und sein Publikum damit auf eine harte Probe stellte.

BOCHUM

, 26.02.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heinz Strunk beweist seine Fähigkeiten als Entertainer

Heinz Strunk begeisterte - und verwirrte - bei seinem Auftritt.

Strunk, seines Zeichens Autor und Musiker ist ein weiser Mann. Und das möchte er auch gerne allen zeigen. Strunk hat Bestseller-Romane (Fleisch ist mein Gemüse) geschrieben, Erfolge mit seinen Bands Studio Braun und Fraktus gefeiert. Und jetzt wird er zum Sachbuch-Autor. Um all das weiterzugeben, was er in seinem Leben gelernt hat. Der richtige Umgang mit Verbrechen beispielsweise. Was tut man, wenn einen plötzlich jemand ausraubt? Strunk präsentiert dieses wie auch viele andere Themen in Form von Text, Bild und manchmal auch Musik. Diese aberwitzigen musikalischen Performances sind eine Mischung aus Rap, Schlager und Querflötensolo: Viel Text, selten sinnvoll und trotzdem irgendwie anspruchsvoll.

Überforderung, so sagt Strunk, sei ein Stilmittel mit dem er in seinen Shows gerne arbeite. Und so ist sein musikalischer Beitrag mit dem Titel „Dackelblut“ weder lustig noch auf irgendeine andere Art und Weise zugänglich. Anders verhält es sich bei Strunks ausuferndem Schimpfen gegen langsame Esser oder dem vermutlich baldigen Hit „Alarmstufe Rahmstufe“.

Lustiger Quatsch

Wer nach Sinnzusammenhängen oder Struktur sucht, hat von Anfang an verloren. Das Strunk-Prinzip ist wohl einfach, sich auf eben jenes einzulassen. Mache es mit einem, was es wolle. Begonnen hat das Strunk-Prinzip als Kolumne im Satire-Magazin Titanic, schaffte es dann zum Buch und schließlich wurde daraus die Show, die sich irgendwo zwischen Selbsthilfegruppe, Kabarett und Uni-Referat verorten lässt. Am schönsten jedenfalls ist es mit Heinz Strunk – von vielen als Gagmaschine oder Witzeroboter verschrien – immer dann, wenn er selber lacht. Dann merkt man, dass er auch nach etlichen Jahren Nonsens auf deutschen Bühnen noch Freude am eigenen Wahnsinn hat. Und dass man selbst nicht der einzige ist, der den ganzen Quatsch da auf der Bühne ziemlich lustig findet.