Helden gegen Megaschurken

Kino: "Avengers - Age of Ultron"

Der Erzfeind. Ein Supadupa-Roboter, der sich durch alle Systeme rattert und via Internet global präsent ist. Er würde die Menschheit auslöschen, gäbe es nicht die Titanenliga der Avengers, die ihm in den Arm fallen. "Age of Utron" heißt der zweite Teil der Avengers-Verfilmung - und hat wieder jede Menge Action im Gepäck.

DORTMUND

, 22.04.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Helden gegen Megaschurken

Chris Evans (l.) als Captain America und Chris Hemsworth als Thor in einer Szene des Kinofilms "The Avengers: Age of Ultron".

Die Spielregeln im Superhelden-Comic-Zirkus sind seit Jahrzehnten die gleichen. Welt am Abgrund heißt das Szenario. Gegen Megaschurken versagen die Kräfte einzelner Weltenretter, ein Ensemble („Round Up“) von Streitern muss her.

Der neue Avengers-Film „Age Of Ultron“ versammelt die ganze Mischpoke: Vom grünen Berserker Hulk (Mark Rufallo) über Iron Man (Robert Downey jr.), Cptn. America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth) bis zu Black Widow (Scarlett Johansson), um nur die Prominenz zu nennen.

Party wird zur Saalschlacht

Alle gegen einen, gegen Ultron, den der Technik-Freak Tony Stark alias Iron Man im Labor ausgebrütet hat. Das Überwesen attackiert das Programm, das es schuf, schmiedet sich einen Körper und sagt den Avengers den Kampf an. Die prosten sich gerade mit Thors Hammer-Drink zu, als Ultron die Party in eine Saalschlacht verwandelt. Es scheppert und dröhnt, was früher ein krachiges Finale gewesen wäre, bildet hier den moderaten Auftakt für viel bombastischeres Getöse.

Weil die Evolution der Superhelden-Formel nur eine Richtung kennt, die Steigerung ins Monströse. „Age Of Ultron“ wird zur brachialen Leistungsschau der Tricktüftler. Regisseur Joss Whedon liefert sich ein Schattenboxen mit Blockbustern wie „Transformers 4“ oder den neuen „Star Trek“-Streifen. Es geht um die Krone im Spektakel-Kino. Wolkenkratzer kollabieren, Straßenzüge werden pulverisiert.

Krieger und Samariter

Eine Legion von Mini-Ultrons stürmt eine Stadt, die in die Luft abhebt. Massenpanik bricht aus. In einer Reprise des guten alten Katastrophenfilms sind die Avengers zugleich Krieger und Samariter. Eine Action-Kanonade, die mehr und mehr Öl ins Feuer gießt und ächzende Kinogänger an die Grenze der Belastbarkeit führt.

Verschnaufpausen, wo Helden ihre Wunden lecken, flirten oder Holz hacken, sind bitter nötig. Bleibt die Frage, wann Amerikas Film- und Comic-Mogule endlich merken, dass die Strategie des „Schneller, Höher, Lauter“ längst in der Sackgasse steckt. Bei diesem Film haben sie nichts begriffen.