Herbert Grönemeyer nimmt Abschied - oder doch nicht?

"Schiffsverkehr" im Bochumer Stadion

Herbert Grönemeyer im Bochumer Ruhrstadion, Herbert Grönemeyer zu Hause. Drei Stunden dauerte am Dienstagabend das Konzert, das ihm und gut 25.000 Fans lange im Gedächtnis bleiben wird - und am Mittwoch für gewaltigen Ärger in der Bochumer Stadtverwaltung sorgte.

BOCHUM

von Von Matthias Langrock und Benedikt Reichel

, 23.05.2012, 00:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

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Grönemeyer in Bochum

Herbert Grönemeyer zu Hause: 27.000 Fans feierten den Star im heimischen Stadion in Bochum. Es war ein ganz besonderer Abend.
22.05.2012
/
Die Situation im Süden der Türkei ist so unruhig wie seit Jahren nicht mehr.© dpa
2012 gab Grönemeyer sein letztes Heimspiel im Stadion des VfL Bochum.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Seine "Schiffsverkehr"-Stadion-Tour führte Herbert Grönemeyer am Dienstagabend ins Rewirpowerstadion.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Grönemeyer freute sich 2012 sichtlich, wieder zu Hause zu sein.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
"Der Mann ihrer Träume muss ein Bassmann sein." Herbert Grönemeyer mit seinem Bassmann Norbert Hamm bei "Musik nur, wenn sie laut ist".© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
"Der Mann ihrer Träume muss ein Bassmann sein." Herbert Grönemeyer mit seinem Bassmann Norbert Hamm bei "Musik nur, wenn sie laut ist".© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Die Fans jubelten Herbert Grönemeyer zu und feierten zu den bekannten Klassikern. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer in mitten seiner Fans im Bochumer Stadion. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer schlug auch manche leisen Töne an. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Aus Sicherheitsgründen seien im Bochumer Stadion keine Konzerte mehr möglich, sagt Grönemeyer. Stadt und Veranstalter dementieren. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Grönemeyer mit voller Leidenschaft. © Foto: Frank Bock/newspic.de
Und Witz.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock.
Grönemeyer hat die Musik im ganzen Körper. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer hatte selbst eine Menge Spaß bei seinem Konzert im Rewirpower-Stadion.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Bassmann Norbert Hamm mit "Chor". © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Die Fans jubelten und wollten mehr. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
27.000 Fans lagen ihm in Bochum zu Füßen. © Foto: Frank Bock/newspic.de
Der "Bassmann seiner Träume": Norbert Hamm.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Die treue Band mit Armin Rühl, Frank Kirchner, Norbert Hamm und Stephan Zobeley. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Auf Wiedersehen Stadion. Herbert Grönemeyer hat wohl zum letzten Mal im Stadion des VfL Bochum gespielt. Dort sollen keine Konzerte mehr stattfinden.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
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Herbert Grönemeyer zu Hause: 27.000 Fans feierten den Star im heimischen Stadion in Bochum. Es war ein ganz besonderer Abend.
22.05.2012
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Die Situation im Süden der Türkei ist so unruhig wie seit Jahren nicht mehr.© dpa
2012 gab Grönemeyer sein letztes Heimspiel im Stadion des VfL Bochum.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Seine "Schiffsverkehr"-Stadion-Tour führte Herbert Grönemeyer am Dienstagabend ins Rewirpowerstadion.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Grönemeyer freute sich 2012 sichtlich, wieder zu Hause zu sein.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
"Der Mann ihrer Träume muss ein Bassmann sein." Herbert Grönemeyer mit seinem Bassmann Norbert Hamm bei "Musik nur, wenn sie laut ist".© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
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Die Fans jubelten Herbert Grönemeyer zu und feierten zu den bekannten Klassikern. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer in mitten seiner Fans im Bochumer Stadion. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer schlug auch manche leisen Töne an. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Aus Sicherheitsgründen seien im Bochumer Stadion keine Konzerte mehr möglich, sagt Grönemeyer. Stadt und Veranstalter dementieren. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Grönemeyer mit voller Leidenschaft. © Foto: Frank Bock/newspic.de
Und Witz.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock.
Grönemeyer hat die Musik im ganzen Körper. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Herbert Grönemeyer hatte selbst eine Menge Spaß bei seinem Konzert im Rewirpower-Stadion.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Bassmann Norbert Hamm mit "Chor". © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Die Fans jubelten und wollten mehr. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
27.000 Fans lagen ihm in Bochum zu Füßen. © Foto: Frank Bock/newspic.de
Der "Bassmann seiner Träume": Norbert Hamm.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Die treue Band mit Armin Rühl, Frank Kirchner, Norbert Hamm und Stephan Zobeley. © Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Auf Wiedersehen Stadion. Herbert Grönemeyer hat wohl zum letzten Mal im Stadion des VfL Bochum gespielt. Dort sollen keine Konzerte mehr stattfinden.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
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Einen Punkt musste man gestern Abend noch hinter diesen Satz setzen. Doch seit Mittwochvormittag ist aus dem Punkt mindestens ein Fragezeichen geworden. Denn außer Herbert selbst will niemand etwas von etwaigen Sicherheitsbedenken rund um das Ruhrstadion (das seit Jahren offiziell Rewirpowerstadion heißt) wissen und schon gar nichts davon, dass künftig keine Konzerte mehr "anne Castroper Straße" stattfinden könnten.

Die Pressemitteilung der Stadt lässt jedenfalls keinen Zweifel offen, dass man im Rathaus arg angesäuert ist. "Wir könnten hier jeden Tag Konzerte stattfinden lassen", sagt Dezernentin Birgitt Collisi. Über Grönemeyers Aussage heißt es gleich an zwei Stellen, sie entbehre jeder Grundlage, und: "Was den Künstler zu seinem Statement veranlasst hat, ist nicht bekannt und aus den vorgenannten Gründen für alle Verantwortlichen nicht nachvollziehbar." Deutlicher kann man sein Unverständnis über den berühmtesten lebenden Sohn der Stadt nicht artikulieren.  Herbert selbst lässt über sein Management am Mittwochnachmittag erklären, er werde sich nicht mehr zu seiner Aussage äußern, die Veranstalter erklären, es könne sich nur um ein "Missverständnis" handeln. "Alle Auflagen wurden erfüllt und wir können die auch wieder erfüllen", sagt Produktionsleiter Fabian Schulte-Terboven.  

Davon konnten die Fans am Dienstagabend natürlich nichts ahnen. Für sie bedeutete die Abschiedsankündigung gleich zu Beginn eine noch höhere Intensität, schließlich würde es das letzte große Heimspiel werden. Erinnerungen wurden wach an die "Mensch"-Tournee 2003, als die Fans Herbert nicht entließen, bevor er nicht ein zweites Mal "Bochum" gespielt hatte; an das Folgekonzert 2007, als es gar Buhrufe gab, weil Grönemeyer Bochum eben kein zweites Mal spielte; an seinen vorangegangenen Auftritt hier mit den Bochumer Symphonikern bei strömendem Regen. Schaut man sich im Rund um, darf man sicher sein: Viele hier werden wahrscheinlich schon Herberts Ruhrstadion-Premiere 1984 oder 1985 mitbekommen haben, gemeinsam mit ihm sind sie alt geworden, manche auch ruhiger.  Herbert nicht, und seine treue Band mit Armin Rühl, Frank Kirchner, Norbert Hamm, Stephan Zobeley und wie sie alle heißen auch nicht. Bei der Bühnen-Ausstattung halten sie sich aber zurück. "Schiffsverkehr" heißt die Tour immer noch, wie das aktuelle Album. "Schiffsverkehr" spielt Herbert auch zum Auftakt, aber anders als in den Hallen 2011 gibt's im Ruhrstadion kein Schiff, viel weniger Videos laufen zu den Liedern über die Leinwände.

Konzentration auf die Musik heißt die Devise. Und davon gibt's an diesem Abend reichlich. Viel vom neuesten Album, einiges vom Vorgänger "Zwölf" und die Klassiker. Verdammt viele Klassiker. Allein, was Grönemeyer da 1984 zusammengezimmert hat, als er "4630 Bochum" rausbrachte und zum Star wurde: "Männer", "Flugzeuge im Bauch", "Alkohol", der "Mambo". Herbert spielt sie immer - und natürlich auch an diesem Abend. Noch älter wird's nur einmal: bei "Musik nur, wenn sie laut ist".

Vor allem und schon früh gibt's "Bochum" in Bochum, das Nonplusultra für jeden Herbert-Fan - und jeden, der es werden will. Eingeleitet vom Steiger-Lied, wie immer seit so vielen Jahren, gewidmet diesmal den Opel-Arbeitern, denen Herbert seine Solidarität versichert. Einer von vielen Gänsehaut-Momenten in diesen drei Stunden: "Hier wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld" - ein Satz, der an diesem Dienstag, den 22. Mai 2012, aktueller wirkt als je zuvor im Angesicht des Opel-Exitus.  Klar, auch der schönste Abend kann nicht perfekt sein. Warum Herbert Grönemeyer als eine der letzten Zugaben das langsame und zurecht unbekannte "November" spielt, wird sein Geheimnis bleiben. Und ohnehin fetzen viele der neuen Lieder nicht mehr wie früher. "Zwölf" und "Schiffsverrkehr" sind ruhige Alben, Mitsingkracher gibt es da kaum. Da wird nicht mehr die Dauer-Party früherer Jahre gefeiert, als alle praktisch durchweg standen. 

Doch eigentlich verbietet sich jede Mäkelei. Was Herbert, seit ein paar Wochen 56 Jahre alt, an diesem Dienstagabend in seiner Heimat leistet, was er lebt, ist einfach - toll. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: "Wenn ich jetzt noch mal sage, wie schön es ist, komme ich mir doof vor." Er hätte es noch zig mal sagen können. Und dass er diesmal Bochum wiederholt hat, war die beste Entscheidung überhaupt. Danke für viele tolle Konzerte im Ruhrstadion und auf ein Wiedersehen. Vielleicht ja doch hier? Die Stadt Bochum lässt ihre Mitteilung jedenfalls versöhnlich ausklingen: "Die Stadt freut sich auf weitere spannende Fußballspiele und tolle Konzerte im rewirpower-Stadion - hoffentlich bald auch wieder Konzerte mit Herbert Grönemeyer."

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