Herner Straße wird ausgebaut

RIEMKE Wo sich gestern noch der Nokia-Protestzug entlang schlängelte, da bestimmen demnächst Bauarbeiter das Straßenbild: Der Ausbau der Herner Straße geht in die dritte Runde.

von von Joachim Stöwer

, 22.01.2008, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch Ruhe hat das Teilstück der Herner Straße zwischen Poststraße und Moritzstraße. Dieser vierte und letzte Teil des Ausbaus folgt erst nach 2010.

Noch Ruhe hat das Teilstück der Herner Straße zwischen Poststraße und Moritzstraße. Dieser vierte und letzte Teil des Ausbaus folgt erst nach 2010.

Die Stadt wird im Juni diesen Jahres mit zwei Bautrupps zwischen Moritzstraße und Rensingstraße beginnen; der Abschnitt soll bis Oktober 2009 fertig gestellt sein. Es folgt ab Januar 2009 das zweite Teilstück bis zur Stadtgrenze Herne (bis Mitte 2010). Mit der Nachbarstadt sind die Planungen abgesprochen. Ob Herne sich an den weiteren Ausbau anschließt, hängt von der Finanzlage dort ab.

Bochum jedenfalls macht seine Schularbeiten - "ein dicker Hammer", kommentierte gestern bei der Vorstellung der Pläne im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr dessen Vorsitzender Heinz Hossiep das Bauvorhaben, das gut acht Mio. Euro schwer ist und zu 80 Prozent vom Land bezuschusst wird.

Vier auf zwei Spuren

Ein dicker Hammer vor allem deshalb, weil über das vierspurige Straßenstück täglich rund 33 000 Kraftfahrzeuge donnern und bekanntermaßen auch für dicke (Feinstaub-)Luft sorgen. Staus und noch mehr Abgase sind also programmiert, wenn in den Baustellen sich die Fahrspuren von vier auf zwei verringern.

Vorrangig deshalb, dass alles schnell und synergetisch in Absprache mit den Versorgungsträgern läuft - auch Kanäle müssen neu verlegt werden. Besonders praktikabel deshalb die Lösung, zunächst die östliche Seite im ersten Abschnitt zu sanieren, wie Stadtbaurat Dr. Kratzsch anmerkt. Der Vorteil: Der kann bis Ende November fertig gestellt sein, so dass der Vorweihnachtsverkehr auf vier Spuren (zwei alt, zwei neu) fließen kann.

Drei Ampeln mehr

Für CDU-Fraktionschef Lothar Gräfingholt dennoch zu langsam: "Warum lässt sich die gesamte Baumaßnahme nicht in einem Jahr durchziehen?", fragte er. Baufachmann Christoph Matten ist aber sicher, dass es nur ein paar Unternehmen gibt, die vielleicht vier Wochen einsparen könnten. Im Übrigen setze man auf Vertragsstrafen und auf Beschleunigungsprämien. Gearbeitet wird mit mehreren Kolonnen in Sechs-Tage-Schichten.

Dass nach Abschluss des Ausbaus auch der Verkehr auf dem Lärm dämpfenden Asphalt schneller fließt, ist allerdings die Frage - drei zusätzliche Ampeln (darunter an den A 43-Anschlussstellen) werden nämlich installiert. Eine sorgt allerdings auch für einen sauberen Abfluss vom Riemker Markt.

23 Bäume fallen

Vierspurig bleibt die Herner bis zur Autobahn, inklusive Radwegen. Auch die Fußwege werden erneuert. Schließlich gibt es auch noch 35 neue Baumpflanzungen - aber als Ersatz, denn 23 alte Bäume wollen die Planer dem Ausbau opfern, einige davon sind allerdings auch nicht mehr erhaltenswürdig.