Hier könnten im Ruhrgebiet Ikea-Filialen entstehen

Noch drei Standorte im Gespräch

Die schwedische Möbelhaus-Kette Ikea sucht in der Region nach einem weiteren Standort für ein Einrichtungshaus. Gebaut werden soll in Castrop-Rauxel, Bottrop oder Herne. Der Stadt Gelsenkirchen hat der Konzern inzwischen eine Absage erteilt. Wir zeigen, wo es jetzt schon Filialen gibt und wo die möglichen neuen Gelände liegen. Und welche Kommune möglicherweise die größten Chancen hat.

NRW

, 01.12.2014, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

So lesen Sie die Karte: Die gelben Häuser-Symbole zeigen, wo schon jetzt Ikea-Häuser sind. Die roten Stecknadeln weisen auf die grün eingezeichneten, möglichen Flächen hin. Sie zeigen, an welchen Standorten momentan ein weiterer Ikea-Standort denkbar war - alle liegen an der A42. Scrollen Sie mit dem Maus-Rad oder dem +-Symbol unten rechts näher heran - Informationen über diese Flächen erhalten Sie, wenn sie draufklicken. Wann soll die Entscheidung fallen? Bis Dezember will Ikea noch verhandeln. „Dann werden wir unsere Entscheidung mitteilen“, sagt Ikea-Sprecherin Simone Settergren.Welche Standorte waren zunächst im Gespräch? Bis vor wenigen Tagen standen Gelsenkirchen, Bottrop, Castrop-Rauxel und Herne zur Debatte. Alle vier Kommunen liegen an der Autobahn 42, eine gute Anbindung an schnelle Verkehrswege ist somit garantiert. An diese Voraussetzung knüpft Ikea den Bau eines Möbelhauses, das übrigens auch von schnellen Verkehrswegen aus gut zu sehen sein muss.Gelsenkirchen ist nun raus - was sagt die Stadt dazu? Die Stadt hatte stets bekundet, auch andere Interessenten aus dem Bereich Industrie für die rund 50.000 Quadratmeter große Fläche im "Gewerbepark A 42" zu haben. Nun hat die Deutsche Lagerhaus Gesellschaft (DLG) zugeschlagen und das Gelände gekauft. Bis Mitte 2015 sollen 200 neue Arbeitsplätze bei dem Logistik-Dienstleister entstehen. In einem weiteren Schritt sind weitere 200 Arbeitsplätze geplant. Stadtsprecher Martin Schulmann bekräftigte aber, dass die Stadt sich gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr und den Nachbarstädten für eine Ikea-Ansiedlung "im unmittelbaren Gelsenkirchener Einzugsbereich" stark mache. Und natürlich könne man der Möbelhaus-Kette auch noch in Gelsenkirchen selbst eine alternative Fläche anbieten - "wenn Interesse bei Ikea besteht", so Schulmann. Eine Fläche im Süden der Stadt erregte allerdings nicht Ikeas Aufmerksamkeit.Aber es gibt doch schon Ikea-Häuser in Dortmund, Kamen, Duisburg und Essen - reicht das nicht? Die Schweden haben natürlich Marktanalysen durchführen lassen. "Diese bestätigen, dass sich ein weiterer Standort im Ruhrgebiet lohnt“, betont die Ikea-Sprecherin.  Was haben die Kommunen davon? Im Falle einer Ikea-Ansiedlung profitiert eine Kommune von „Gewerbesteuereinnahmen in siebenstelliger Höhe“. Zudem schaffe der Konzern mit jedem Einrichtungshaus 150 bis 200 neue Arbeitsplätze, jeweils zur Hälfte für Voll- und Teilzeitkräfte – „fest angestellt und sozialversichert“. Das verspricht Simone Settergren.Macht man sich in Dortmund Sorgen um eine mögliche Konkurrenz?  Wie ein Sprecher der Stadt erklärt, werden sinkende Gewerbesteuereinnahmen nicht befürchtet. Bei der Wirtschaftsförderung der Stadt wird ein zusätzlicher Ikea-Standort sogar als "Ergänzung zum nord-westlichen Ruhrgebiet" betrachtet.Welcher der verbliebenen drei Standorte kommt am ehesten infrage? Das ist zurzeit noch schwer zu sagen. Aber: „Eine dieser Kommunen wird es mit Sicherheit“, erklärt Ikea-Sprecherin Simone Settergren. Derzeit liefen noch immer Verhandlungen. Mit welchen Städten aber worüber genau gesprochen wird, soll ein Geheimnis bleiben.Welche Stadt darf denn am ehesten auf den Zuschlag hoffen? Castrop-Rauxel ist offenbar recht gut im Rennen. Denn der dortige Bürgermeister Johannes Beisenherz weiß von Gesprächen zwischen Ikea und dem Besitzer einer von dem Unternehmen favorisierten Fläche zwischen der Autobahn 42 und der Bundesstraße 235 – mit dem Ziel, das Gelände zu kaufen. Ihm gegenüber habe Ikea vor langer Zeit – im Jahr 2012 – die Absicht geäußert, nach Castrop-Rauxel kommen zu wollen, hatte das Stadtoberhaupt kürzlich erklärt. Damals hatte der Konzern angekündigt, bis Ende 2013 eine Entscheidung treffen zu wollen.Wie sieht es in den anderen Städten aus? In Herne gab es nach Angaben von Sprecher Christian Matzko „schon seit längerer Zeit keine ernsthaften Gespräche oder konkrete Anfragen seitens Ikea mehr“. In Bottrop wurde über eine Fläche zwischen A42 und B224 verhandelt. Würde Ikea dort bauen wollen, müsste zunächst der Bebauungsplan geändert werden. Grundsätzlich hatte Ikea-Sprecherin Settergren stets betont, dass die Genehmigungsfähigkeit ein wichtiger Faktor bei der Standortsuche sei. Von der Durchsetzung umfangreicher Bebauungsplan-Änderungen will man also offenbar Abstand nehmen.Schlechte Karten also für Bottrop? Das kann man nicht sagen. Denn der Sprecher der Stadt hüllt sich zurzeit noch in Schweigen bei Fragen zum Stand der Gespräche - was zumindest darauf hindeutet, dass noch Gespräche geführt werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage der Ikea-Sprecherin, man möge sich nicht zu sehr nur auf einen Standort fokussieren. Soll heißen: Angesichts der Entscheidung für ein ganz normales Einrichtungshaus statt eines großen Ikea-Einkaufszentrums (hier vermietet Ikea zusätzlich an andere Unternehmen wie beispielsweise große Sportartikel-Händler) sind durchaus auch zwei neue Standorte im Revier denkbar, betonen Insider. Hoffnung also für Bottrop und Castrop-Rauxel.  

Das ist Ikea
Der Ikea-Konzern betreibt 315 Einrichtungshäuser in 27 Ländern, darunter 48 Häuser in Deutschland.
Neue Einrichtungshäuser sollen im kommenden Jahr in Bremerhaven und Kaiserslautern entstehen. Der Gesamtumsatz beträgt nach Unternehmensangaben 28,7 Milliarden Euro. Die Ikea Deutschland GmbH&Co KG schloss das Geschäftsjahr 2014 mit einem Umsatz von 4,12 Milliarden Euro ab – das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent Gegenüber dem Vorjahr. Rund 16.000 Mitarbeiter zählt der Konzern in Deutschland. Der Name Ikea ist eine Kombination der Initialen des Gründers Ingvar Kamprad und den ersten Buchstaben des Hofes (Elmtaryd), auf dem er aufwuchs, und des Dorfes (Agunnaryd), in dem der Hof lag.