Hier wird dickes Blech gebogen

WITTEN Mercedes hat eine und Ritter Sport auch - Schwenkbiegemaschinen der Firma Hochstrate aus Witten stehen in vielen Unternehmen weltweit.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 02.11.2007, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier wird dickes Blech gebogen

Eine Maschine, die bis zu 20 Millimeter dicke Bleche formen kann, so Wolfram Hochstrate, ist einzigartig auf dem Weltmarkt.

Beim Hersteller der quadratisch-praktischen Schokoladentafeln werden mit den Wittener Maschinen Abdeckungen für die Produktionsstraßen geformt und Mercedes biegt damit Ölauffangwannen für seine Fertigungsanlagen.

Seit über 30 Jahren befasst sich das Unternehmen mit Techniken zur Blechformung. Doch gestern war ein Tag der wohl als ein ganz besonderer in die Firmengeschichte eingehen wird.

„Mit der Maschinen, die wir jetzt entwickelt und gebaut haben lassen sich sogar 20 Millimeter dicke Bleche mit einer Breite von maximal 3,50 Metern formen“, erklärte Wolfram Hochstrate, Juniorchef des Unternehmens voller Stolz. Doch das allein macht die Einzigartigkeit der Maschine noch nicht aus. Sie kann nicht nur eckig sondern auch rund formen, Kegel und Zylinder sind ebenfalls kein Problem.

Eine echte Innovation

„Bisher gibt es auf dem Markt Maschinen, mit denen Bleche von sechs Millimetern Dicke formen kann. Das hier ist eine echte Innovation“, sagte gestern der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Dietrich, der auch ins Wullener Feld gekommen war, um sich die Maschine anzusehen.

Am Montag wird sie an einen Kunden in Bielefeld ausgeliefert. Doch Wolfram Hochstrate rechnet damit, dass weitere Bestellungen schnell folgen werden: „Die Maschine ist flexibel einsetzbar. Will man zum Beispiel einen Tank formen müssen nicht mehr zwei Halbschalen geformt und mit zwei Schweißnähten verbunden werden. Man kann ein Blech komplett rund formen und mit nur einer Schweißnaht schließen. Das spart Zeit, Material und damit Kosten.“

65Seit 1990 produziert die Firma Hochstrate im Wullener Feld. „Wir waren damals die ersten hier im Gewerbegebiet. Aber jetzt suchen wir dringend ein weiteres Grundstück in Witten. Wir wollen eine zweite Produktionshalle bauen. Dafür brauchen wir etwa 2000 Quadratmeter“, unterstreicht Seniorchef Dr. Gustav-Adolf Hochstrate.

Ursprung in der Schmiede des Großvaters

In der Hattinger Schmiede seines Großvaters hat das Unternehmen seinen Ursprung. Später wurde daraus ein kleiner Betrieb in dem Schutzverkleidungen aus Blech hergestellt wurden.

„Wir haben viel für den Bergbau gearbeitet. Da musste viel gebogen werden und irgendwann sind wir darauf gekommen, uns entsprechende Maschinen dafür selbst zu bauen. Die erste Maschine habe ich zusammen mit der Universität Bochum entwickelt“, berichtet Dr. Hochstrate, der neben einem Technik-Studium auch Wirtschaftswissenschaften studiert hat.

„Ich habe aber auch eine Ausbildung als Blechschlosser. Meine Eltern wollten, dass ich auch was anständiges lerne“, fügt der Seniorchef schmunzelnd.Spaß an Technik hat er an seinen Sohn weitergegeben. Der ist, wie er selbst sagt, im Betrieb zwischen den Maschinen aufgewachsen.