Historiker erinnert an Wittener Glaspionier Otto Schott

WITTEN Nur die Wenigsten hätten damals wohl vermutet, dass der Wittener Schüler Otto Schott mit Experimenten im Keller den Grundstein für bedeutende Innovationen in der Spezialglasindustrie legte. An die wichtigsten Stationen im Leben Schotts erinnerte nun der Technikhistoriker Hartmut Herbst.

von Von Dominic Pakull

, 12.03.2009, 12:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine historische Fotografie von Otto Schott im Alter von 70 Jahren.

Eine historische Fotografie von Otto Schott im Alter von 70 Jahren.

Otto Schott wurde am 17. Dezember 1851 als Sohn des Tafelglasmachers Simon Schott und dessen Frau Karoline in der Hauptstraße 69 (früher Nr. 29.) in Witten geboren. 1862 zog die Familie in die Bahnhofstraße 64.

„Die Straße war damals noch mit Kohlenasche bedeckt, gepflasterte Straßen gab es kaum. Man hat den Eindruck, dass sich die Situation in Witten heute wieder dieser Zeit annähert“, scherzte Herbst. Nach seinem Studium in Aachen, Würzbug und Leipzig und Jena kehrte Otto Schott nach Witten zurück.

In Experimenten im Keller gelang es ihm, eine völlig neue Glasart zu entwickeln, das temperatur- und chemikalienbeständige Borsilikatglas. Mit Schmelzproben des neuen Glastypus konnte Otto Schott seinen Freund Professor Abbe begeistern. So kam es 1884 zur Gründung des Glastechnischen Laboratoriums Schott&Genossen in Jena.

Am Ende seines Vortrages kritisierte Herbst: „Nach dem Festakt zum 100-jährigen Geburtstag Otto Schotts 1951 ist das öffentliche Interesse völlig verebbt.“ Etwa sei die Grabstelle seiner Eltern im Lutherpark nicht unter Denkmalschutz gestellt worden. „Die Renovierung wurde aus Privatmitteln finanziert und die Pflege des Grabes haben die Schüler der Otto-Schott-Realschule übernommen.“